Biontech stellt Corona‑Impfstoffproduktion in Deutschland ein und plant Schließungen
Mainzer Biotech kündigt Schließungen bis Ende 2027 und den Abbau von rund 1.860 Stellen an; Produktion des Covid‑Vakzins soll vollständig an Pfizer gehen.
- Biontech reagiert auf gesunkene Nachfrage und verlagert die Covid‑Impfstofffertigung an einen Partner
- Werke in Deutschland, Singapur und die Curevac‑Einrichtungen stehen vor Schließung.
Nach Angaben des Unternehmens schließt Biontech mehrere Produktionsstandorte und stellt die Corona‑Impfstoffproduktion in Deutschland ein. Im Zuge des angekündigten Umbaus sollen bis zu 1.860 Stellen wegfallen, was rund 22 Prozent der derzeit etwa 8.400 Beschäftigten entspricht.
Im Mittelpunkt der Entscheidung steht laut Mitteilung die deutlich gesunkene Nachfrage nach Corona‑Impfstoffen in Europa und den USA seit dem Ende der Pandemie. Daneben führt das Unternehmen zusätzliche Produktionskapazitäten des übernommenen Tübinger Unternehmens Curevac sowie bestehende Partnerschaften mit Pfizer und Bristol Myers Squibb als Gründe für die Umstrukturierung an.
Nach dem Schritt werde die Herstellung des Covid‑Impfstoffs vollständig an Pfizer übertragen, heißt es weiter. Zugleich soll Bristol Myers Squibb die Produktion des noch in Entwicklung befindlichen Krebsmedikaments Pumitamig übernehmen. Im Rahmen der Restrukturierung plant Biontech, die Werke in Idar‑Oberstein und Marburg sowie Standorte in Singapur und die Einrichtungen von Curevac zu schließen.
Inzwischen peilt die Unternehmensführung an, die Schließungen bis Ende 2027 abzuschließen. Für die betroffenen Standorte werde geprüft, ob Verkaufsoptionen bestehen, um die Folgen des Stellenabbaus abzumildern. Konkrete Zeitpläne für Personalmaßnahmen oder detaillierte Sozialpläne nannte das Unternehmen nicht.
Zugleich reagierten Anleger unmittelbar auf die Ankündigung: Die Aktie verzeichnete ein Minus von rund fünf Prozent. Der geplante Umbau markiert einen tief greifenden strategischen Schnitt für Biontech, dessen Geschäft während der Pandemie stark von Impfstoffumsätzen geprägt war.
Daneben führt die Übertragung der Produktion an Partner zu einer deutlichen Verlagerung der Fertigungsaktivitäten außerhalb der bisherigen deutschen Produktionsinfrastruktur. Für betroffene Beschäftigte bleiben Fragen nach Übergangsfristen, sozialer Absicherung und möglichen Alternativnutzungen der Standorte offen, während das Unternehmen Verkaufsoptionen zur Abfederung des Personalabbaus prüft.