JKCM News
Startseite
Technologie

Brüssel präsentiert Altersverifikations-App – Mitgliedstaaten verschärfen Regeln für Kinder im Netz

Die EU-Kommission stellt eine Altersverifikations-App in Aussicht, während mehrere Mitgliedstaaten nationale Altersverbote für Social Media durchsetzen oder vorbereiten.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Brüssel präsentiert Altersverifikations-App – Mitgliedstaaten verschärfen Regeln für Kinder im Netz
  • Kommission: Alterscheck soll bald nutzbar sein
  • Frankreich und Griechenland führen Altersgrenzen ein, weitere Länder planen ähnliche Regeln.

Nach Angaben des Eurobarometer 2025 wächst die Sorge über die psychische Gesundheit von Kindern in der EU: 93 Prozent der Befragten nannten sie als Problem, 92 Prozent identifizierten Cybermobbing als größte Online-Gefahr. Vor diesem Hintergrund kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, dass eine technisch einsatzbereite Altersverifikations-App «bald» für die Bürgerinnen und Bürger verfügbar sein werde.

Im Mittelpunkt der Ankündigung steht ein System, das Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen soll, ihr Alter für den Zugang zu Onlineplattformen zu bestätigen, ohne persönliche Daten preiszugeben. Zur konkreten Funktionsweise sowie zur Integration in bestehende Plattforminfrastrukturen liegen bislang keine detaillierten Angaben vor. Die Kommission hat parallel ein Expertengremium zur Kindersicherheit im Netz eingesetzt, das die weitere Ausgestaltung beraten soll.

Nach dem Schritt nationaler Gesetzgebung handeln mehrere Mitgliedstaaten bereits: Frankreich hat ein Verbot für Nutzer unter 15 Jahren beschlossen, Griechenland kündigte am 8. April 2026 ein ähnliches Verbot für unter 15-Jährige an, das voraussichtlich im Januar 2027 in Kraft treten soll. Weitere Länder wie Spanien, Österreich, Irland, Dänemark und die Niederlande bereiten nach Brüsseler Angaben Regelungen vor, die strengere Altersvorgaben oder Alterskontrollen vorsehen.

Zugleich deuten wissenschaftliche Befunde auf mögliche psychische Folgen intensiver Social-Media-Nutzung hin. Eine Untersuchung des Joint Research Centre zeigt deutlich höhere Raten von Depressions- und Angstsymptomen bei jungen Frauen im Vergleich zu jungen Männern. Ergänzend nennt eine WHO-Analyse von 2024 einen Anteil problematischer Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen, wobei Mädchen öfter betroffen sind als Jungen.

Daneben warnen Stimmen aus dem Europäischen Parlament vor einer Zersplitterung des Binnenmarkts, falls Mitgliedstaaten sehr unterschiedliche Altersregeln einführen. Für Abgeordnete wie Christel Schaldemose ist das Expertenpanel ein positiver Schritt, doch sie fordert mehr Tempo bei der Koordinierung, um ein Flickenteppich an nationalen Vorschriften zu vermeiden. EU-weit geltende Vorgaben bleiben Thema laufender Beratungen, während nationale Maßnahmen bereits umgesetzt oder vorbereitet werden.