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Brüssel stellt Alters‑Verifizierungs‑App vor, während EU‑Länder Kinderschutzgrenzen verschärfen

Mehrere Mitgliedstaaten drängen auf Verbote für unter 15‑Jährige; die Kommission stellt eine App vor, die das Alter ohne Weitergabe persönlicher Daten bestätigen soll.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Brüssel stellt Alters‑Verifizierungs‑App vor, während EU‑Länder Kinderschutzgrenzen verschärfen
  • Die App nutzt Zero‑Knowledge‑Proofs, um Plattformen einen Altersnachweis zu liefern
  • politisch abgestimmte EU‑Regeln sind jedoch noch offen.

Nach Angaben aus Brüssel verschärfen mehrere EU‑Mitgliedstaaten ihre Regeln zum Schutz Minderjähriger im Netz: Frankreich hat ein Verbot für Nutzer unter 15 Jahren bereits beschlossen, Dänemark erzielte eine politische Einigung, und Spanien erwägt strengere Schwellenwerte bis 16 Jahre. Griechenland plant ab 2027 eine nationale Regulierung und fordert eine harmonisierte Lösung auf EU‑Ebene, um einem Flickenteppich nationaler Vorgaben zuvorzukommen.

Zugleich präsentierte die Europäische Kommission eine technische Lösung zur Altersverifikation, die nach Aussagen von Kommissionsseite einsatzbereit sei. Die vorgestellte App verlangt den Abgleich mit amtlichen Dokumenten oder digitalen Identitäten und bestätigt das Alter gegenüber Plattformen mittels Zero‑Knowledge‑Proofs. Auf diese Weise sollen Social‑Media‑Anbieter einen Prüfnachweis erhalten, ohne personenbezogene Daten der Nutzer zu speichern oder offenzulegen.

Die Anwendung basiert auf Open‑Source‑Code und wurde so konzipiert, dass sie in nationale digitale Wallets integriert werden kann. Brüssel nannte ausdrücklich TikTok, Instagram, Facebook und Snapchat als vorrangige Zielplattformen; diese Unternehmen stehen nach Angaben der Kommission bereits unter EU‑Untersuchung wegen mangelnder Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger. Die Kommission kündigte außerdem an, dass ein Expertengremium für Kindersicherheit noch in diesem Sommer eine Bewertung vorlegen werde.

Daneben stellen sich praktische Fragen zur technischen Anbindung an nationale Identitätssysteme sowie zur rechtlichen Einordnung des Altersnachweises, die in den kommenden Monaten geklärt werden müssen. Konkrete Zeitpläne für einen flächendeckenden Einsatz der App auf den genannten Plattformen nannte die Kommission nicht. Politische Zustimmung der Mitgliedstaaten bleibt Voraussetzung für eine koordinierte Einführung; ohne sie droht ein uneinheitliches Regelwerk in Europa.