Bulgariens erster Eurovision‑Sieg: Dara triumphiert in Wien mit 'Bangaranga'
Mit 516 Punkten sicherte Dara Bulgarien den ersten Eurovision‑Sieg; im Land herrschte Jubel, während Proteste und Boykottaufrufe die Bühne politisierten.
Im Mittelpunkt der Finalnacht des Eurovision Song Contest in Wien stand Bulgarien: Die 27‑jährige Darina Nikolaeva Yotova, bekannt als Dara, holte mit ihrem Song Bangaranga den ersten Sieg in der Geschichte des Landes bei dem Wettbewerb. Ihr Beitrag erreichte 516 Punkte und gewann sowohl die Jury- als auch die Publikumswertung, ein Doppel-Erfolg, der nach Angaben der Veranstalter zuletzt vor fast einem Jahrzehnt vorgekommen sei.
Zugleich war das Finale von politischen Spannungen begleitet. Mehrere Länder hatten aus Protest gegen die Teilnahme Israels zur Nichtteilnahme aufgerufen; vor dem Wiener Veranstaltungsort zogen Hunderte pro-palästinensische Demonstranten vorbei und skandierten Boykott‑Parolen. Ungeachtet dieser Kontroverse landete Israels Beitrag Michelle auf dem zweiten Platz mit 343 Punkten.
In Bulgarien fiel die Resonanz überwiegend euphorisch aus. Staatspräsident Rumen Radev lobte Dara als erfolgreiche Repräsentantin des Landes und hob in seinen Äußerungen Talent und Professionalität hervor. In Sofia und anderen Städten feierten Menschen den Sieg als seltenen Moment gemeinsamer Freude; Angehörige der Kulturszene und frühere Wegbegleiter betonten die Bedeutung des Erfolgs für das internationale Ansehen Bulgariens in einer Phase wiederholter politischer Instabilität.
Gleichzeitig nutzte die öffentliche Rundfunkanstalt BNT den Triumph bereits, um Planungen für die Austragung im kommenden Jahr anzustoßen; sowohl die Bürgermeister von Sofia als auch von Burgas sondierten demnach Ambitionen, die Veranstaltung 2027 auszurichten. Dara selbst beschrieb den Erfolg als ungewohnt und emotional und sagte, ihr Lied stehe für einen ‚stillen Glauben daran, dass alles gut wird‘.
Daneben brachte der Wettbewerb für einige Teilnehmer ein enttäuschendes Ergebnis: Großbritannien landete mit nur einem Punkt auf dem letzten Platz. Trotz dieser Kontraste dominierte in Bulgarien der Stolz auf die Premiere beim wichtigsten europäischen Musikwettbewerb, und viele Beobachter sahen im Sieg einen willkommenen Auftrieb für das Land nach Jahren politischer Turbulenzen.