Bundeskriminalamt warnt in Wien vor Telefonbetrug gegen Pensionisten
Bei einer Veranstaltung des Pensionistenverbands in Wien warnte eine BK-Beamtin vor Schockanrufen, Anlagebetrug und gängigen Täuschungsmethoden; hohe Schadenssummen in Österreich wurden genannt.
- Kriminelle arbeiten mit Einschüchterung und Rollenwechseln am Telefon
- ältere Menschen sind besonders gefährdet.
Nach Angaben des Bundeskriminalamts informierte eine Kriminalbeamtin am Samstag bei einer gut besuchten Veranstaltung des Pensionistenverbands in Wien über aktuelle Telefonbetrugsmaschen, die gezielt ältere Menschen adressieren. Sie schilderte, wie Täter sich am Telefon häufig als Gerichtsvollzieher, Anwalt, Bankmitarbeiter oder Arzt ausgeben, um Vertrauen zu wecken und Druck aufzubauen. Die Vortragende machte deutlich, dass diese vermeintlichen Autoritätsrollen dazu dienen, Opfer zu verunsichern und sofortige Reaktionen zu erzwingen.
Im Mittelpunkt der Ausführungen stand das Muster der sogenannten Schockanrufe, bei denen Opfer in Angst versetzt werden, etwa durch vorgetäuschte Notlagen von Angehörigen. Klassische Varianten wie der Tochter‑ oder Sohn‑Trick blieben demnach weiter verbreitet: Anrufer behaupten, ein Kind sei in Schwierigkeiten und benötige schnell Geld. Die Referentin betonte, dass Täter Emotionen gezielt ausnutzen, damit die Angerufenen nicht nachfragen oder Verwandte hinzuziehen, und schilderte Fälle, in denen Opfer so unter Druck gesetzt wurden, Geld an unbekannte Personen zu übergeben.
Zugleich nannte die Beamtin konkrete Schadenszahlen, die das Ausmaß vor Augen führen: Zwischen 2022 und Anfang 2026 summierten sich Schockanrufe in Österreich auf fast 53 Millionen Euro, wobei rund 1.000 vollendete Fälle registriert wurden und der durchschnittliche Schaden pro Opfer bei etwa 53.000 Euro lag. Bei Anlagebetrug bezifferte das Amt den Gesamtschaden für 2021 bis 2024 auf rund 300 Millionen Euro; die Zahl der gemeldeten Fälle belief sich insgesamt auf etwa 10.000. Diese Werte unterstreichen, wie lukrativ und professionell manche Betrugsformen inzwischen betrieben werden.
Unterdessen räumte die Vortragende mit der Schuldfrage auf: Scham sei fehl am Platz, weil die Maschen immer ausgefeilter würden und auch erfahrene Menschen in raffinierte Varianten hineingezogen werden könnten. Sie riet dazu, im Zweifelsfall sofort aufzulegen und Hilfe zu suchen, statt aus Verlegenheit Zahlungsvorgänge zu vollziehen. Die Hinweise richteten sich ausdrücklich an die älteren Besucher der Veranstaltung, die vielfach bestätigen konnten, wie nah Betrugsversuche ihnen bereits gekommen sind.