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Canal+ will nicht mehr mit Hunderten Filmschaffenden arbeiten, die gegen Bolloré protestierten

Der Canal+-Chef erklärte in Cannes, das Haus wolle künftig nicht mit den Unterzeichnern einer Petition gegen den Einfluss von Vincent Bolloré zusammenarbeiten.

JKCM News Redaktion 1 Min Lesezeit
Titelbild: Canal+ will nicht mehr mit Hunderten Filmschaffenden arbeiten, die gegen Bolloré protestierten
Maxime Saada kündigt an, Unterzeichner einer Protestschrift aus Projekten bei Canal+ auszuschließen.

Nach Angaben von Beteiligten erklärte der Geschäftsführer von Canal+, Maxime Saada, am Rande des Filmfestivals in Cannes, das Unternehmen werde künftig nicht mehr mit Hunderten von Filmschaffenden kooperieren, die eine offene Petition gegen den wachsenden Einfluss des Unternehmers Vincent Bolloré unterzeichnet hatten. Die Aussage fiel inmitten einer hitzig geführten Debatte über Medienmacht und kulturelle Unabhängigkeit auf dem Festival.

Inzwischen hat die Auseinandersetzung bereits Folgeproteste in anderen Branchen ausgelöst: Mehr als hundert Autorinnen und Autoren verließen zuletzt ihr Verlagshaus, um gegen den Einfluss Bollorés in der Verlagsbranche zu demonstrieren. Auf dem Festival zeigte sich außerdem Unmut gegenüber Canal+; das Logo wurde bei einzelnen Vorführungen ausgebuht, was die Spannungen weiter sichtbar machte.

Daneben verteidigte Saada die Entscheidung damit, sie richte sich zugunsten der Teams bei Canal+ und diene der Bewahrung der Unabhängigkeit des Hauses. Zugleich kündigte er an, künftig nicht mit den Unterzeichnern arbeiten zu wollen, was den Konflikt zwischen Teilen der Filmbranche und dem von Bolloré kontrollierten Mediennetzwerk weiter zuspitzt.

Die Kontroverse beleuchtet eine breitere Debatte über Konzentration von Medienmacht und kulturelle Vielfalt in Frankreich. Auf dem Festival trifft die Frage, wer über Finanzierung und Verbreitung von Filmen entscheidet, direkt auf die Sorge vieler Kulturschaffender, dass ökonomische Bündelung auch inhaltliche Folgen haben kann.