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Chelsea suspendiert Enzo Fernández intern nach Aussagen über Wunsch, in Madrid zu leben

Trainer Liam Rosenior setzt in seiner ersten Personalentscheidung bei Chelsea ein klares Zeichen: Enzo Fernández wurde intern für zwei Spiele gesperrt, bleibt aber im Trainingsbetrieb und soll offenbar Kapitänsaufgaben behalten.

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Titelbild: Chelsea suspendiert Enzo Fernández intern nach Aussagen über Wunsch, in Madrid zu leben
  • Fernández verpasste zwei Partien nach öffentlichen Äußerungen über einen möglichen Wechsel nach Spanien
  • Rosenior betont Disziplin, sucht zugleich eine Aussöhnung.

Nach Angaben des Klubs erhielt Enzo Fernández eine interne Sperre von zwei Spielen, nachdem er in Interviews und Fernsehauftritten Zweifel an seiner Zukunft bei Chelsea geäußert hatte. Die Maßnahme schloss das FA-Cup-Spiel gegen Port Vale und die darauffolgende Premier-League-Partie aus; sie wurde von der Klubführung als Reaktion darauf begründet, dass der Spieler eine Grenze mit seinen öffentlichen Äußerungen überschritten habe.

Im Mittelpunkt der Entscheidung standen Trainer Liam Rosenior sowie die Co-Sportdirektoren Paul Winstanley und Laurence Stewart; die Maßnahme fand demnach Rückhalt bei einflussreichen Eigentümern des Klubs. Für Rosenior, im Januar zum Cheftrainer ernannt, war es eine frühe Autoritätsprobe, mit der er disziplinarische Grundsätze und seine Durchgriffsrechte in der Mannschaft zu etablieren suchte.

Nach dem Schritt in die Öffentlichkeit hatte Fernández während einer Länderspielreise in Buenos Aires in einem YouTube-Interview und später im Fernsehen erklärt, er würde gern beziehungsweise würde es lieben, in Madrid zu leben, und äußerte Bewunderung für Toni Kroos. Diese Aussagen sorgten intern für Irritation und wurden als unangebracht bewertet. Parallel hatten frühere kritische Bemerkungen des Verteidigers Marc Cucurella zur Transferpolitik weniger Konsequenzen; gegen ihn verhängte der Klub keine Sanktion, da er dem Vernehmen nach Reue zeigte und sich verpflichtet erklärte.

Zugleich blieb Fernández in den Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft eingebunden und wurde nach dem Pokalspiel hinter der Ersatzbank in einem Bereich für Klubmitarbeiter gesehen. Rosenior betonte, die Beziehung zwischen ihm und dem Mittelfeldspieler sei nicht so, wie externe Beobachter vermuten, und kündigte ein klärendes Gespräch zu gegebener Zeit an. Neben der disziplinarischen Botschaft signalisierte der Coach damit auch die Bereitschaft zur Aussprache.

Das Umfeld des Spielers sei weiterhin an einem Wechsel nach Spanien interessiert; sein Berater bezeichnete die Strafe als scharf kritisiert. Sportlich bleibt Fernández ein prägender Spieler: In dieser Saison steuerte er den Berichten zufolge 12 Tore und sechs Vorlagen in allen Wettbewerben bei. Die Sanktion fällt in eine Phase, in der Chelsea sowohl sportlich als auch organisatorisch unter Druck steht und die Führung offenbar an einer klareren Verhaltenskultur arbeiten will.