Circle steigt nach Kompromiss im CLARITY Act: Stablecoin‑Rewards bleiben unter Auflagen erlaubt
Gesetzesänderung unterscheidet bankähnliche Zinszahlungen von nutzungsbasierten Rewards bei Stablecoins; Circle und Coinbase profitieren an den Märkten.
Nach Angaben aus Marktberichten stieg die Aktie des Stablecoin‑Emittenten Circle am Montag um rund 20 Prozent, nachdem Gesetzgeber im Entwurf des CLARITY Act einen Kompromiss vereinbart hatten, der bestimmte Programme für Stablecoin‑Rewards bewahrt. Die Kursbewegung spiegelte eine Neubewertung des Geschäftsmodells wider, da der Gesetzentwurf zentrale Formulierungen zur Behandlung von Stablecoin‑Erträgen änderte.
Zugleich wurde die Kernaussage des Entwurfs präzisiert: Kryptoanbieter sollen künftig keine bankähnlichen Zinszahlungen oder Renditen auf passive Stablecoin‑Einlagen leisten dürfen. Die Funktion, klassische Spareinlagenäquivalente anzubieten, bleibt damit den Banken vorbehalten. Das Gesetz zieht damit eine klare Linie zwischen verzinslichen Einlageprodukten und Anreizmodellen, die an die aktive Nutzung von Tokens geknüpft sind.
Nach dem Schritt erlaubt der Text Rewards, sofern diese an konkrete Nutzungsaktivitäten gebunden sind. Dazu zählen demnach Trading, Transaktionen oder Staking; solche Nutzung‑basierte Anreize bleiben demnach zulässig, während reine Renditeangebote auf ruhende Bestände ausgeschlossen werden. Marktteilnehmer bewerten die Änderung als Anerkennung für Geschäftsmodelle, die Nutzer zur Nutzung und zum Halten von Stablecoins motivieren, zugleich aber die Attraktivität rein renditeorientierter Spare‑Produkte dämpfen.
Die Wirkung des Kompromisses zeigte sich unmittelbar an den Börsen: Coinbase, das Hauptvertriebsnetz für Circles USDC‑Stablecoin, gewann mehr als sieben Prozent, BitGo legte rund zehn Prozent zu und Galaxy Digital stieg etwa vier Prozent. Parallel kletterte Bitcoin um rund zwei Prozent auf etwa 80.000 US‑Dollar, nachdem die Kryptowährung am Wochenende ähnliche Niveaus erreicht hatte.
Gleichzeitig warnen Marktbeobachter, dass kleinere Krypto‑Plattformen, die stark auf hochverzinsliche Einlageprodukte setzten, unter Druck geraten könnten, weil ihr zentrales Vertriebsargument wegfällt. Für größere Emittenten wie Circle und marktführende Anbieter wie Coinbase stellt die Regelung hingegen eine relative Entlastung dar, da sie regulatorische Unsicherheit reduziert und Geschäftsmodelle mit nutzungsbasierten Anreizen legitimiert.