Dann kippt das System: FPÖ und ÖVP reagieren scharf auf Zahlen zur Religionszugehörigkeit Wiener Schüler
Nach Angaben der Bildungsdirektion sind im Schuljahr 2025/26 rund 42 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Wiens öffentlichen Pflichtschulen muslimisch; FPÖ und ÖVP fordern daraufhin rasche Maßnahmen und üben scharfe Kritik an der Stadtregierung.
- FPÖ spricht von »völligem Scheitern« der Integrationspolitik
- ÖVP verlangt Monitoring des politischen Islams und verpflichtende Hausordnungen.
Nach Angaben der Bildungsdirektion Wien löste eine neue Auswertung der Religionszugehörigkeiten an öffentlichen Schulen am Mittwoch heftige politische Reaktionen aus. Im Schuljahr 2025/26 seien demnach rund 42 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Pflichtschulen in Wien Muslime; an den öffentlichen Mittelschulen liege der Anteil fast bei der Hälfte der Schülerschaft.
Im Mittelpunkt der Kritik stand die FPÖ, die die Zahlen als Beleg für ein systemisches Versagen der bisherigen Zuwanderungs- und Integrationspolitik wertete. FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl nannte die Entwicklung einen »dramatischen Beleg« und warnte, Schulen dürften nicht länger als Experimentierfeld einer fehlgeleiteten Multikulti-Politik dienen. Er stellte in Frage, ob Integration noch gelingen könne, wenn sich Klassen nicht mehr am kulturellen Mehrheitsverständnis orientierten, und forderte einen sofortigen Einwanderungsstopp.
Zugleich bekundete die Wiener ÖVP Besorgnis über wachsende Segregation und eine vermeintliche Radikalisierung bei Teilen der muslimischen Schülerschaft. Integrationssprecherin Caroline Hungerländer forderte die Einrichtung einer Monitoring‑Stelle für den politischen Islam, den Ausbau von Präventions‑ und Deradikalisierungsangeboten an Schulen sowie verpflichtende Hausordnungen in Kindergärten und Pflichtschulen nach niederösterreichischem Vorbild. Sie kritisierte die Stadtregierung aus SPÖ, NEOS und Grünen als handlungs- und steuerungslos.
Daneben benannten beide Oppositionsparteien konkrete Problemlagen, von religiösem Druck auf Mädchen über Parallelstrukturen bis hin zu einer Untergrabung staatlicher Autorität im Schulalltag. Sie sehen darin Gefahren für Bildungserfolg und sozialen Zusammenhalt und fordern kurzfristige Maßnahmen, um diesen Entwicklungen entgegenzutreten. Die Stadtregierung reagierte auf die öffentliche Debatte bislang nicht; die nun vorgelegten Zahlen dürften die Auseinandersetzung über Bildungs‑ und Integrationspolitik in Wien in den kommenden Wochen weiter verschärfen.