NTSB: Kraftstoffzufuhr bei China‑Eastern‑Flug 5735 während des Fluges abgeschaltet
US‑Unfallermittler legen Auszüge aus der Black‑Box‑Analyse vor: Bewegungen der Kraftstoffschalter weisen auf Unterbrechung der Treibstoffzufuhr während des Reiseflugs hin; China hat noch keinen Abschlussbericht veröffentlicht.
Nach Angaben der US‑Unfallermittlungsbehörde NTSB deuten neu veröffentlichte Auszüge aus der Flugdatenschreiber‑Analyse darauf hin, dass bei China Eastern Flug MU5735 die Kraftstoffschalter beider Triebwerke während des Reiseflugs in die 'Cut‑Off'‑Position bewegt wurden. Unmittelbar darauf sackten die Triebwerksdrehzahlen, bevor das Flugzeug am 21. März 2022 in einen Berghang stürzte und alle 132 Menschen an Bord ums Leben kamen.
Die betreffenden Informationen stammen aus einer geborgenen Black Box, die aus den Trümmern geborgen und in einem Labor in Washington untersucht wurde. Die NTSB veröffentlichte Auszüge aus diesen Aufzeichnungen, denen zufolge die Schalterbewegung in einer Flughöhe von etwa 8.839 Metern erfolgte. Kraftstoffschalter regeln die Zuführung von Treibstoff zu den Triebwerken und werden routinemäßig zum Starten oder Abschalten eingesetzt.
Der Absturz gilt als die schwerste zivile Luftfahrtkatastrophe Chinas in Jahrzehnten und hat seitdem Spekulationen über ein mögliches bewusstes Handeln im Cockpit ausgelöst. Die chinesische Zivilluftfahrtbehörde CAA leitete die Untersuchung, teilte mit, die Besatzung verfüge über gültige Lizenzen und sei gesundheitlich geeignet gewesen, und hat bislang keinen abschließenden Untersuchungsbericht veröffentlicht. Die CAA wies darauf hin, dass eine vollständige Offenlegung sicherheits- und stabilitätsrelevante Fragen berühren könne.
Die NTSB‑Feststellung, dass die Kraftstoffzufuhr abgeschaltet wurde, stützt die Möglichkeit eines absichtlichen Eingriffs, liefert aber keine abschließende Bewertung zu Motiv oder Tathergang. Internationale Ermittler waren von Anfang an beteiligt: Als an der Maschine eine Boeing 737 beteiligt war, stellte die NTSB einen leitenden Luftfahrtsicherheitsbeauftragten zur Unterstützung der Untersuchung. In den verfügbaren Auszügen werden keine weiteren technischen oder operativen Ursachen abschließend genannt.
Flugdaten von FlightRadar24 zeigten, dass das Flugzeug kurz vor dem Absturz innerhalb weniger Minuten tausende Meter an Höhe verlor. Die von der NTSB veröffentlichten Black‑Box‑Informationen bilden damit einen direkten Befund zu den Abläufen unmittelbar vor dem Aufprall. China hat bis heute keinen finalen, öffentlich zugänglichen Untersuchungsabschluss vorgelegt.