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Iran vollstreckt Todesstrafe gegen während der Proteste 2022 Festgenommenen

Die Justiz in Teheran bestätigte die Hinrichtung von Mehrab Abdollahzadeh, der während der Proteste 2022 in Urmia festgenommen worden war. Menschenrechtsgruppen sehen die Verurteilung von Foltervorwürfen und erzwungenen Geständnissen überschattet.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Iran vollstreckt Todesstrafe gegen während der Proteste 2022 Festgenommenen
  • Die Exekution erfolgte mehr als drei Jahre nach der Festnahme
  • eine UN-Behörde äußerte Besorgnis über die jüngsten Hinrichtungen.

Nach Angaben der iranischen Justiz wurde Mehrab Abdollahzadeh, 29, am Sonntag hingerichtet. Er war 2022 in der nordwestiranischen Stadt Urmia während der landesweiten Proteste nach dem Tod von Mahsa Amini festgenommen worden und später wegen »Mofsed-e-filarz« (»Verderben auf Erden«) verurteilt; die Anklage bezog sich auf den Mord an einem Mitglied der Freiwilligenmiliz Basij, Abbas Fatemiyeh.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen, die erklären, Abdollahzadeh sei in Haft körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt worden, um ein Geständnis zu erzwingen. Sie verweisen zudem auf Videomaterial vom Tatort, das ihn nicht an der Szene zeige, sowie auf seine wiederholten Dementis einer Beteiligung am Tötungsdelikt.

Nach dem Schritt reiht sich die Exekution in eine Serie kontroverser Vollstreckungen ein. Bereits am Vortag waren zwei weitere Personen hingerichtet worden; der Justiz zufolge wurden ihnen Kooperation mit ausländischen Geheimdiensten beziehungsweise Spionage vorgeworfen. Zudem wurde kurz zuvor die Hinrichtung eines 21-jährigen Mannes aus Isfahan gemeldet, der während der landesweiten Demonstrationen im Januar festgenommen worden war.

Zugleich verteidigten Vertreter der iranischen Justiz das Vorgehen mit dem Argument, in Kriegszeiten werde die Strafverfolgung beschleunigt und Gewalttäter energisch zur Rechenschaft gezogen. Internationale Stellen reagierten mit scharfer Kritik; der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte äußerte Besorgnis über die jüngste Welle von Hinrichtungen und verwies auf eine erhebliche Zahl von Festnahmen seit Ende Februar.

Daneben hatte die Vereinte Nationen zuvor mitgeteilt, seit Beginn des Konflikts Ende Februar seien mindestens 21 Menschen hingerichtet und mehr als 4.000 Personen aus Sicherheitsgründen inhaftiert worden. In dieser Zählung sind auch mehrere Personen aufgeführt, deren Verurteilung im Zusammenhang mit den Protesten von Januar steht.