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Lord Coe: World Athletics will Innovation nicht ersticken nach Sawe‑Sub‑2‑Stunden‑Rekord

World Athletics strebt einen Ausgleich zwischen technologischer Förderung und klarer Regulierung an, nachdem Sabastian Sawes Marathonlauf die Debatte um ‚Super‑Schuhe‘ neu entfacht hat.

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Titelbild: Lord Coe: World Athletics will Innovation nicht ersticken nach Sawe‑Sub‑2‑Stunden‑Rekord
  • World Athletics will Innovation ermöglichen, zugleich aber durch klare Regeln fairen Wettbewerb schützen
  • Kooperation mit Athleten, Trainern und Herstellern soll den Prüfprozess stärken.

Nach Angaben von World Athletics‑Präsident Sebastian Coe will der Verband technologische Entwicklungen im Laufsport nicht unterdrücken, zugleich aber seine aufsichtsrechtliche Verantwortung wahrnehmen. Coe äußerte sich in einem BBC‑Interview während einer Reise nach Botswana und betonte, dass keine Branche davon profitiere, Neuerungen pauschal zu blockieren.

Im Mittelpunkt stehe die Schaffung eines Regulierungssystems, das fairen Wettbewerb sicherstellt und zugleich Investitionen in Forschung und Entwicklung lenkt. Coe verwies auf bereits eingeführte Grenzen, etwa zur Sohlendicke und zum Design von Carbonplatten, und sagte, man wolle verhindern, dass Hersteller Millionen in Produkte stecken, die später als unzulässig gelten.

Zugleich machte Coe deutlich, dass Spitzenleistungen vor allem von der Athletenmentalität, der körperlichen Verfassung, erstklassiger Betreuung und strukturierten Förderprogrammen abhingen. Er räumte ein, dass Schuhe eine Rolle spielten, nannte sie jedoch nicht den alleinigen Faktor für Leistungsfortschritte. Die Arbeit mit Athleten, Trainern und Herstellern sei zentral, um einen dynamischen, verantwortungsvollen Prüfprozess zu gewährleisten.

Das Thema flammt nach dem London Marathon auf, bei dem Sabastian Sawe als erster Athlet in einem Wettkampf die Zwei‑Stunden‑Marke unterbot; er und weitere Spitzenläufer trugen dabei das gleiche Schuhmodell. Hersteller führen biomechanische Verbesserungen und Effizienzsteigerungen als Vorteile an; Sawe hob das geringe Gewicht und die Stabilität des Schuhs hervor.

Daneben verwies Coe auf mögliche gesundheitliche Vorteile der neuen Schuhtechnologien, darunter geringere Verletzungsrisiken und längere Karrierezeiten für Sportler, was er als positiv für den Sport bewertete. Er beschrieb den Regelprozess als evolutiv und kündigte an, das Bewertungsverfahren weiterzuentwickeln, um Innovation zu ermöglichen, ohne die Chancengleichheit zu gefährden.

Unterdessen bleibt die Abgrenzung zwischen technischer Unterstützung und unzulässigem Vorteil offen. World Athletics will die technische Expertise ausbauen und enger mit den beteiligten Akteuren zusammenarbeiten, um Regelanpassungen künftig zeitnah und transparenter vorzunehmen.