USA kündigen Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Deutschland in den nächsten 6–12 Monaten an
Pentagon bestätigt geplanten Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland innerhalb eines halben bis ganzes Jahres nach Überprüfung der Force-Posture in Europa.
- Pentagon: Abzug folgt Überprüfung der Truppenaufstellung in Europa
- Demokraten und Sicherheitsexperten üben scharfe Kritik.
Nach Angaben des Pentagon werden die Vereinigten Staaten etwa 5.000 Soldaten aus Deutschland innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abziehen. Die Ankündigung am Freitag setzt eine zuvor von Präsident Donald Trump geäußerte Drohung um und markiert eine bedeutende Änderung in der US-Militärpräsenz bei einem zentralen NATO-Partner.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die Entscheidung sei Ergebnis einer gründlichen Überprüfung der Force-Posture in Europa und berücksichtige die Einsatzanforderungen sowie die Lage vor Ort. Konkrete Details zum Zeitplan, zu betroffenen Standorten und zum weiteren Verbleib der betroffenen Einheiten nannte das Pentagon nicht. Damit bleiben Fragen zu logistischer Umsetzung und möglichen Verlagerungen innerhalb Europas offen.
Deutschland beherbergt mehrere wichtige US-Militäranlagen, darunter das Hauptquartier des US-Europakommandos, die Ramstein Air Base und das medizinische Zentrum in Landstuhl. Zudem sind in dem Land US-Atomwaffen stationiert. Der geplante Abzug würde etwa 14 Prozent der aktuell rund 36.000 in Deutschland stationierten US-Streitkräfte betreffen und damit die US-Präsenz spürbar verringern.
Gleichzeitig äußerten außenpolitische Analysten und sicherheitspolitische Experten Bedenken. Vertreter einer außenpolitischen Denkfabrik hoben hervor, die US-Präsenz in Deutschland stärke nicht nur die Abschreckung gegenüber Moskau, sondern erleichtere auch die Projektion militärischer Kraft in das Mittelmeer, den Nahen Osten und nach Afrika. Zugleich verfolge die Debatte innerhalb der NATO weiter das Thema Lastenteilung und die Rolle europäischer Partner bei ihrer eigenen Verteidigung.
Präsident Trump hatte einen möglichen Truppenabbau zuvor angedeutet, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz die US-Strategie im Krieg mit Iran kritisiert und von einer Demütigung der USA durch Teheran gesprochen hatte. Auf Fragen zum Abzug blieb der Präsident am Freitag unbeantwortet, als er das Flugzeug bestieg.