Delta drosselt Wachstum wegen hoher Treibstoffkosten und erwartet 300 Mio. USD Vorteil durch Raffinerie
Airline will kurzfristig Kapazitätspläne deutlich reduzieren, meldet Q1-Ergebnis über den Erwartungen und erwartet zusätzlichen Gewinn aus eigener Raffinerie als Ausgleich für hohe Kerosinkosten.
Nach Angaben von Delta Air Lines will die Fluggesellschaft ihr Kapazitätswachstum kurzfristig deutlich zurückfahren, um die Belastung durch stark gestiegene Treibstoffpreise zu dämpfen. CEO Ed Bastian beschrieb die Maßnahme als direkte Reaktion auf den aktuellen Kostenanstieg und betonte zugleich, die Passagiernachfrage bleibe weiterhin breit getragen.
Im ersten Quartal erzielte Delta einen bereinigten Gewinn je Aktie von 64 Cent und übertraf damit die Konsenserwartung von 57 Cent. Der bereinigte Umsatz lag bei 14,2 Milliarden US-Dollar und damit leicht über den prognostizierten 14,0 Milliarden. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 1,00 und 1,50 US-Dollar in Aussicht; Analysten hatten im Schnitt 1,41 US-Dollar erwartet.
Zugleich rechnet Delta mit einem deutlich höheren Treibstoffaufwand: Für dieses Quartal werden rund 2 Milliarden US-Dollar zusätzliche Kosten durch den Anstieg der Jetfuel-Preise erwartet. Das Unternehmen prognostiziert All-in-Kraftstoffkosten von 4,30 US-Dollar pro Gallone im zweiten Quartal. Branchenangaben zufolge sind die Jetfuel-Preise in großen US-Städten seit Ende Februar bis Anfang April um fast 88 Prozent gestiegen.
Gleichzeitig mildert Deltas eigene Raffinerie die Belastung: Für das zweite Quartal erwartet die Airline einen Vorsteuergewinn von etwa 1 Milliarde US-Dollar und kalkuliert einen zusätzlichen Vorteil von rund 300 Millionen US-Dollar aus der Raffinerie nahe Philadelphia. Bastian hob hervor, dass diese Kapazität das Unternehmen gegenüber anderen Anbietern entlaste, solange die Kraftstoffpreise auf erhöhtem Niveau bleiben.
Unterdessen reagierte der Markt positiv auf die Zahlen und Ausblicke: Die Aktie stieg im vorbörslichen Handel um mehr als 11 Prozent, nachdem die Quartalsergebnisse und die Aussicht auf Entlastung durch die Raffinerie bekannt wurden. Delta kündigte an, die Volljahresprognose vorerst nicht anzupassen, will sie aber angesichts der Unsicherheit bei den Kraftstoffpreisen nicht aktualisieren.
Daneben hat die Airline bereits andere Maßnahmen ergriffen, darunter Gebührenanpassungen, um auf die Kostenentwicklung zu reagieren. Die Kombination aus Kapazitätsanpassungen, Ertragssteigerungen und dem operativen Vorteil durch die Raffinerie soll Delta helfen, die kurzfristigen Turbulenzen am Treibstoffmarkt abzufedern, ohne die langfristige Nachfrageentwicklung vorwegzunehmen.