Deontay Wilder schlägt Derek Chisora nach spektakulärem Fight per Split Decision in London
In der O2 Arena in London setzte sich Deontay Wilder nach zwölf Runden knapp gegen Derek Chisora durch; für Chisora könnte es die letzte Profibegegnung gewesen sein.
- Wilder gewinnt per Split Decision, Chisora kämpft sich nach schweren Treffern zurück
- für beide Boxer war es der 50. Profikampf.
Deontay Wilder hat Derek Chisora in einem wilden Schwergewichtsduell in der Londoner O2 Arena nach zwölf Runden per Split Decision besiegt. Zwei Punktrichter werteten die Begegnung 115–111 und 115–113 für Wilder, während ein Richter 115–112 zugunsten von Chisora sah. Für beide Boxer war es der 50. Profikampf ihrer Karrieren.
Der 42-jährige Chisora wurde in der achten Runde zu Boden geschickt und teilweise durch die Seile geschleudert. Mehrere Schläge brachten ihn in brenzlige Situationen und ließen ihn kurzzeitig angeschlagen wirken, doch der Lokalmatador kämpfte sich immer wieder zurück und überstand schließlich die Distanz. Wilder, 40, suchte wiederholt den Knockout, landete in der achten Runde den entscheidenden Treffer und zeigte im Verlauf des Duells die aktivere, zielgerichtetere Aggressivität.
Der Kampf verlief chaotisch und von hitzigen Szenen begleitet. Bereits in der ersten Runde verfingen sich beide Boxer in den Seilen und setzten den Schlagabtausch fort, obwohl der Ringrichter zur Trennung aufgefordert hatte; zeitweise betrat sogar ein Mitglied von Chisoras Team kurz den Ring, bevor die Ordnung wiederhergestellt wurde. Auffällige Momente des Abends waren Chisoras kraftvoller overhand-right in Runde fünf, der Wilder sichtlich traf, sowie mehrere Auseinandersetzungen nach dem Glockenzeichen. Wilder drückte Chisora in Runde fünf zu Boden und traf nach dem Glockenzeichen in Runde sechs; später kassierte Wilder einen Punktabzug wegen eines Schubsens.
Die Stimmung in der Arena war laut und parteiisch; das Stadion war nicht ganz ausverkauft, füllte sich aber zu einem großen Teil. Das Duell wurde vielfach als unterhaltsam, wenn auch nicht hochklassig beurteilt und zeigte die körperliche Belastbarkeit und den Kampfcharakter beider Veteranen, die über Jahre in unterschiedlichen Phasen der Schwergewichtsdivision Erfolge und Aufmerksamkeit erfahren haben. Chisora, der zuvor unter anderem gegen Spitzenboxer wie Vitali Klitschko, David Haye, Tyson Fury und Oleksandr Usyk antrat, steht nach dieser Niederlage weiterhin bei 14 Karrierepleiten.
Nach dem Gong blieb unübersehbar, dass beide Kämpfer viel einstecken mussten. Wilder erhielt für seinen Auftritt Lob dafür, dass er einen umkämpften Sieg errang und erneut seine Schlagkraft unter Beweis stellte; Chisora überraschte mit seiner Widerstandsfähigkeit, als er sich trotz deutlicher Treffer kontinuierlich zurückkämpfte. Ob die Begegnung tatsächlich Chisoras letztes Profiduell war, blieb zunächst offen, doch das Duell hinterließ bei vielen Zuschauern den Eindruck eines Abends, an dem Ausdauer und Härte mehr zählten als technische Finesse.