Detroit‑Hersteller haben mehr als 20.000 US‑Angestellte gestrichen – KI als Treiber
General Motors, Ford und Stellantis haben seit ihren Beschäftigungshöchstständen in diesem Jahrzehnt mehr als 20.000 salaried Jobs in den USA gestrichen; technologische Umbrüche und der Einsatz künstlicher Intelligenz gelten als treibende Faktoren.
- Konzernangaben und Beschäftigungsdaten dokumentieren einen deutlichen Rückgang bei weißen Kragen‑Stellen
- GM baute jüngst 500–600 IT‑Positionen ab.
Nach Angaben aus Unternehmensmeldungen und Beschäftigungsdaten haben General Motors, Ford und Stellantis seit ihren jeweiligen Beschäftigungsspitzen in diesem Jahrzehnt zusammen mehr als 20.000 salaried Jobs in den USA gestrichen. Zusammengenommen entspricht das einem Rückgang von rund 19 Prozent der kombinierten weißen Kragen‑Belegschaft gegenüber den Höchstständen. Damit hat die Zahl der Angestellten in Büro‑ und Verwaltungsfunktionen bei den drei Konzernen deutlich abgenommen.
Im Mittelpunkt der Begründungen stehen technologische Veränderungen in der Branche. Die Autohersteller verweisen auf den Übergang zu softwaredefinierten Fahrzeugen, die Entwicklung autonomer und vollelektrischer Modelle sowie auf den wachsenden Einsatz künstlicher Intelligenz. Ford‑Chef Jim Farley hat wiederholt darauf hingewiesen, dass KI zahlreiche Bürotätigkeiten überflüssig machen könne; diese Argumentation spiegelt die laufende Debatte über Strukturveränderungen im Sektor wider.
General Motors hat die größten Kürzungen vorgenommen und reduzierte die Zahl der US‑salaried Beschäftigten zwischen 2022 und dem Vorjahr um etwa 11.000. Ford senkte seinen salaried Headcount seit dem Höchststand 2020 um rund 5.300 und lag zuletzt bei etwa 30.700, während Stellantis von rund 15.000 salaried Jobs 2020 auf etwa 11.000 zurückging. Gemeinsam erreichte die white‑collar‑Belegschaft der drei Unternehmen 2022 ein Maximum von etwa 102.000 und sank bis Ende des vergangenen Jahres auf circa 88.700, ein Rückgang von etwa 13 Prozent im Jahresvergleich.
Zugleich fügte General Motors in dieser Woche weitere Entlassungen hinzu: Zwischen 500 und 600 salaried Mitarbeitende wurden weltweit freigestellt, vornehmlich in IT‑Bereichen in Texas und Michigan. Interne Angaben führen diese Maßnahme teilweise auf veränderte Anforderungen im Zuge von KI‑Initiativen zurück. Parallel dazu berichtet GM, dass der Konzern verstärkt für KI‑bezogene Stellen rekrutiere und Mitarbeiter zur Nutzung interner KI‑Plattformen animiere.
Arbeitsmarktanalysten sehen besonders Routine‑ und Verwaltungsaufgaben sowie bestimmte IT‑Tätigkeiten einem erhöhten Automatisierungsrisiko ausgesetzt. Der Ökonom Gad Levanon nennt repetitive Büroaufgaben und klassische administrative Funktionen als besonders gefährdet, erwartet aber zugleich, dass neue Stellen in Bereichen wie autonomer Mobilität, Cybersicherheit und Softwareentwicklung an Bedeutung gewinnen und Teile der Verluste ausgleichen könnten.
Die Entwicklungen kennzeichnen einen tiefgreifenden Wandel der Beschäftigungsstrukturen in der Autoindustrie: Traditionelle Ingenieurs‑ und Fertigungsrollen verschränken sich zunehmend mit software‑ und datengetriebenen Funktionen. Unternehmen betonen Effizienzgewinne durch Technologie, stehen aber vor der Herausforderung, den Personalumbau sowohl sozialpolitisch als auch operativ zu gestalten.