Xi stellt Taiwan ins Zentrum des Treffens mit Trump in Peking
Bei pompöser Begrüßung machte Chinas Staats- und Parteichef Taiwan zum zentralen Thema des bilateralen Treffens; die Gespräche fanden hinter verschlossenen Türen statt.
Nach Angaben aus Peking wurde US‑Präsident Donald Trump am Morgen vor der Großen Halle des Volkes mit militärischen Ehren und einer Gruppe jubelnder Kinder empfangen. Trump zeigte sich beeindruckt von der Inszenierung und sprach in seinem Auftaktstatement von einer fantastischen gemeinsamen Zukunft für die USA und China. Die symbolische Schau des Empfangs verlieh dem Beginn des Treffens eine aufmerksamkeitsstarke Bühne.
Im Mittelpunkt der ersten öffentlichen Äußerungen der chinesischen Führung stand jedoch die Frage Taiwan. Staats- und Parteichef Xi Jinping hob ungewöhnlich deutlich die Bedeutung des Treffens hervor und warnte vor der Gefahr eines Konflikts, sollte die Entwicklung in der Region in die falsche Richtung laufen. Seine Worte unterstrichen, dass Taiwan für Peking das vorrangige Thema dieses Gipfels ist und strategisch oberste Priorität besitzt.
Zugleich verwendete Xi die Metapher der sogenannten Thukydides‑Falle, um die historische Dimension der Spannungen zwischen aufsteigender und etablierter Macht zu betonen. Er stellte die gegenwärtige Lage als einen Wendepunkt dar und forderte die Schaffung eines neuen Paradigmas der Beziehungen zwischen Großmächten, mit dem Ziel, das Risiko eines militärischen Zusammenstoßes zu verringern. Die Rhetorik zielte darauf ab, die Dringlichkeit eines geordneten Umgangs zwischen den beiden Staaten zu verdeutlichen.
Das anschließende bilaterale Gespräch zwischen Xi und Trump fand hinter verschlossenen Türen statt. Noch während der Beratungen veröffentlichte die chinesische Seite ein offizielles Statement, in dem Xis Haltung zu Taiwan prominent platziert war; dies machte den hohen Stellenwert des Themas für Peking deutlich und setzte den inhaltlichen Ton für die Verhandlungen.
In seiner kurzen öffentlichen Darstellung des Treffens lobte Trump Xi erneut als großartigen Führer, nannte aber keine konkreten Durchbrüche. Die Kombination aus starker Symbolik beim Empfang und der unmittelbaren Fokussierung auf Taiwan spiegelt die politischen Prioritäten wider, die Peking in die Gespräche einbringt, und lässt erkennen, welche Themen in den vertraulichen Gesprächen voraussichtlich ganz oben auf der Agenda standen.