DHL und US Postal Service schließen milliardenschwere Paketpartnerschaft
DHL eCommerce übernimmt in 19 US‑Logistikzentren Abholung und Sortierung; die US‑Post stellt auf der letzten Meile zu. Vertrag läuft über mehrere Jahre und hat ein Volumen von voraussichtlich mehr als zehn Milliarden Dollar.
Nach Angaben der US‑Post hat die US‑Tochter des deutschen Logistikkonzerns DHL Group eine umfassende Partnerschaft zur Paketzustellung vereinbart, die sich über mehrere Jahre erstrecken und ein Volumen von voraussichtlich mehr als zehn Milliarden Dollar erreichen soll. Die Vereinbarung sieht eine klare Arbeitsteilung vor: DHL eCommerce übernimmt die Abholung und die Sortierung der Sendungen in seinen 19 US‑Logistikzentren, während die United States Postal Service (USPS) die Zustellung auf der sogenannten letzten Meile verantwortet.
Im Mittelpunkt der Absprache steht die Nutzung der bestehenden Kapazitäten beider Unternehmen, um Abläufe in der Zustellkette zu bündeln und Effizienzvorteile zu erzielen. Für DHL bedeutet dies, dass das Unternehmen seine Infrastruktur in den USA stärker als bisher nutzen kann, ohne selbst flächendeckend ein eigenes Zustellnetz aufbauen zu müssen. Zugleich sollen die Logistikzentren von DHL die Sammel‑ und Sortierprozesse zentralisieren, bevor die USPS die Pakete in lokale Zustellbezirke übergibt.
Nach dem Schritt äußerte DHL‑Manager Scott Ashbaugh die Erwartung, die Kooperation könne das Geschäft in den USA deutlich ausweiten und das dortige Volumen bis zum Jahr 2030 in etwa verdoppeln. Für die US‑Post hat die Vereinbarung strategische Bedeutung: Das Unternehmen verzeichnete über Jahre kumulierte Nettoverluste und steht unter finanziellem Druck, sodass zusätzliche Paketvolumina kurzfristig Einnahmen und Auslastung bringen können.
Gleichzeitig hatte die US‑Post erst im Vormonat eine neue Vereinbarung mit einem großen Online‑Händler geschlossen. Postchef David Steiner bewertete die Partnerschaft mit DHL als für beide Seiten vorteilhaft. Die Absprache entlastet DHL von der Notwendigkeit, massiv in ein eigenes landesweites Zustellnetz zu investieren, und liefert der US‑Post dringend benötigte Sendungsmengen, um die Auslastung ihrer letzten Meile zu stärken.
Daneben könnten durch die Arbeitsteilung operative Synergien entstehen, weil die beiden Partner jeweils ihre Stärken in Abholung, Sortierung und lokaler Zustellung einbringen. Gleichzeitig bleibt offen, wie sich die Kooperation konkret auf Preise, Wettbewerber und regionale Zustellmodelle auswirken wird; hierzu enthält die Mitteilung keine näheren Angaben.