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Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten wegen Korruption angeklagt

Begoña Gómez wird von einem Madrider Richter der Unterschlagung, Einflussnahme, geschäftsbezogenen Korruption und Veruntreuung öffentlicher Mittel beschuldigt; die Ermittlungen waren durch eine Beschwerde einer Gruppe mit rechtsextremen Verbindungen angestoßen worden.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten wegen Korruption angeklagt
  • Anklage gegen die Ehefrau von Pedro Sánchez nach zweijähriger Ermittlungsphase
  • Richter sieht mögliche Bevorzugung durch Nutzung persönlicher Verbindungen.

Nach Angaben eines Gerichts in Madrid hat ein Richter Begoña Gómez, die Ehefrau von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, offiziell wegen mehrerer Korruptionsdelikte angeklagt. Das Ende einer zweijährigen Untersuchung führte zu Vorwürfen gegen die 55‑Jährige wegen Unterschlagung, Einflussnahme, geschäftsbezogener Korruption und Veruntreuung öffentlicher Mittel.

Im Mittelpunkt der Anklage steht demnach der Vorwurf, Gómez habe ihre persönlichen Verbindungen und ihre Stellung als Ehefrau des Regierungschefs genutzt, um eine Professur an der Complutense‑Universität Madrid zu sichern und für eigene Zwecke zu verwalten. Neben Gómez sind ihre persönliche Assistentin Cristina Álvarez sowie der Geschäftsmann Juan Carlos Barrabés in dem Verfahren beschuldigt worden. Der zuständige Richter in Madrid ist Juan Carlos Peinado.

Die Untersuchung war durch eine Beschwerde der Gruppierung Manos Limpias ausgelöst worden, die in Berichten als selbsternannte Gewerkschaft mit rechtsextremen Verbindungen beschrieben wird. In seiner Entscheidung stellte der Richter fest, dass bestimmte öffentliche Maßnahmen zugunsten des Universitätslehrstuhls getroffen worden seien, die im Zusammenhang mit Gómez’ relationaler Stellung stehen könnten, vor allem seit der Amtsübernahme ihres Mannes als Ministerpräsident.

Der Richter gab den Beteiligten fünf Tage Zeit, um auf die Entscheidung zu reagieren; danach wird über die Einleitung eines Schwurgerichtsverfahrens entschieden. Die formelle Anklage fällt in eine politisch heikle Phase für Sánchez: Sein Bruder steht eigenen Angaben zufolge kurz vor einem Prozess wegen Einflussnahme, und gegen weitere frühere Regierungsmitglieder laufen separate Korruptionsverfahren.

Pedro Sánchez hat die Vorwürfe gegen seine Frau wiederholt als politisch motiviert zurückgewiesen und Teile der Justiz kritisiert. Er betonte sein Vertrauen in die sachliche Prüfung durch die Gerichte und forderte, dass Gerechtigkeit hergestellt werde. Konkrete Beweismittel und die nächsten Verfahrensschritte wurden in der Mitteilung des Gerichts zur Anklage nicht weiter ausgeführt.