Eli Lilly setzt GLP‑1‑Gewinne gezielt für große Zukäufe ein – Unternehmensentwicklung unter Oncology‑Chef gebündelt
Lilly setzt Erlöse aus GLP‑1‑Medikamenten gezielt für größere Übernahmen ein und verlagert den Fokus auf später entwickelte Wirkstoffkandidaten.
Nach Angaben von Jacob Van Naarden nutzt Eli Lilly die finanziellen Erträge aus seinen erfolgreichen GLP‑1‑Medikamenten, um ein deutlich größeres M&A‑Programm zu finanzieren. Van Naarden, bisher Leiter des Onkologiegeschäfts, hat zusätzlich die Verantwortung für Corporate Business Development übernommen; das Unternehmen verfolge nun eine breiter angelegte Deal‑Strategie, sagte er auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology.
Zugleich hat Lilly bereits angekündigt, in diesem Jahr mehr als 10 Milliarden US‑Dollar an Vorabzahlungen einzuplanen und insgesamt bis zu 25 Milliarden Dollar für acht Übernahmen aufzuwenden. Das Tempo und Volumen übersteigen die Aktivität des Vorjahres, als für rund 40 kleinere Transaktionen etwa 4 Milliarden Dollar verausgabt wurden. Die Ausweitung spiegele einen bewussten Strategiewechsel wider: Statt überwiegend frühphasiger, risikoärmerer Investments setzt Lilly häufiger auf spätphasige Kandidaten, die näher an einer Zulassung stehen und daher höhere Preise rechtfertigen.
Inzwischen hat sich die Bilanz des Unternehmens deutlich verändert. Die Marktkapitalisierung kletterte auf etwa 1 Billion Dollar, womit Lilly den Status als erstes Gesundheitsunternehmen im sogenannten Trillion‑Club erreicht hat. Diese gestärkte Kapitalbasis ermögliche es dem Konzern, größere und wissenschaftlich überzeugendere Gelegenheiten zu verfolgen. Entscheidend für Übernahmen seien die klinische Perspektive und der erwartete Nutzen für Patienten, nicht eine starre Obergrenze für die Deal‑Volumina, betonte Van Naarden.
Gleichzeitig verändere sich die Struktur der Deals: Lilly ist bereit, für weniger riskante, dafür aber teurere Assets zu bezahlen, weil die Erlöse aus dem GLP‑1‑Geschäft eine höhere Risikotragfähigkeit erlauben. Der Konzern bleibe weiterhin im frühen Forschungsbereich aktiv, doch der Schwerpunkt verlagere sich klar hin zu Projekten mit höherer Eintrittswahrscheinlichkeit und größerem Patientennutzen.