EU-Kommission will Einzeltickets für multi-leg Zugreisen mit Passenger Package ermöglichen
Ein einheitliches Einzelticket soll Buchungen über mehrere Bahnunternehmen vereinfachen, Fahrgastrechte stärken und technische Standards für grenzüberschreitenden Schienenverkehr festlegen.
Nach Angaben der Europäischen Kommission zielt das sogenannte Passenger Package darauf ab, Reisen per Zug über mehrere Anbieter spürbar zu vereinfachen. Statt für jede Teilstrecke separate Fahrscheine zu lösen, soll ein Einzelticket Multi‑Leg‑Fahrten über verschiedene Eisenbahnunternehmen in einer einzigen Transaktion abdecken. Fahrgäste könnten dann Verbindungen auf ihrer bevorzugten Verkaufsplattform suchen, vergleichen und kaufen.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht nicht nur die technische Verknüpfung unterschiedlicher Angebote, sondern auch eine Ausweitung der Fahrgastrechte. Bei verpassten Anschlusszügen auf Multi‑Operator‑Tickets sollen Passagiere Anspruch auf Unterstützung, Umleitung, Erstattung und Entschädigung haben. Bisher greift ein solcher Schutz nur, wenn das Ticket von einem einzelnen Eisenbahnunternehmen ausgestellt wurde; das Paket will diese Lücke schließen.
Nach dem Schritt, die ITS‑Richtlinie beschleunigt umzusetzen, erwartet die Kommission eine verbesserte technische Voraussetzung für nahtlose, grenzüberschreitende Buchungen. Die Richtlinie sieht den Einsatz fortgeschrittener Informations‑ und Kommunikationstechnologien vor, die das Zusammenführen von Fahrplan‑ und Ticketdaten über Anbietergrenzen hinweg erleichtern sollen. Ohne diese Infrastruktur bleibe die praktische Nutzung eines Einzeltickets erschwert.
Zugleich enthält das Paket Regelungen zur Marktaufsicht im Ticketvertrieb: Große Plattformen sollen Angebote neutral darstellen, um den Wettbewerb zwischen Anbietern und Eisenbahnunternehmen zu bewahren. Die Kommission will den Vorschlag nun dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Prüfung und Entscheidung vorlegen; dort entscheidet sich, ob und in welcher Form die Maßnahmen in EU‑Recht übernommen werden.
Daneben berührt die Initiative sowohl technologische als auch regulatorische Fragen und kombiniert IT‑Standards mit Verbraucherrechten und Marktregeln. Sie soll das Reisen über Grenzen hinweg attraktiver machen, indem Buchungshürden abgebaut und finanzielle Risiken bei Anschlussverlusten reduziert werden.
Unterdessen weist eine Eurobarometer‑Umfrage von 2025 darauf hin, dass ein relevanter Teil der Bevölkerung derzeit Probleme beim Buchen von Fahrten mit mehreren Betreibern sieht. Befragte nannten begrenzte Optionen auf Ticketplattformen und gaben an, dass das Fehlen einheitlicher Ticketlösungen sie vom grenzüberschreitenden Bahnfahren abschreckt — Argumente, die die Kommission mit dem Paket adressieren will.