Keiko Fujimori gewinnt peruanische Präsidentschaftsstichwahl
Die konservative Kandidatin setzte sich in einer knappen Stichwahl durch und wird noch in diesem Monat als neunte Präsidentin beziehungsweise neunter Präsident in zehn Jahren vereidigt.
- Mit 50,135 Prozent der Stimmen gewann Keiko Fujimori die Stichwahl knapp vor Roberto Sánchez
- die Wahlbehörde zertifizierte das Ergebnis.
Die Kernentwicklung: Keiko Fujimori wurde am Freitag als Siegerin der peruanischen Präsidentschaftsstichwahl bestätigt und erhielt 9.223.000 Stimmen, was 50,135 Prozent entspricht. Ihr Herausforderer Roberto Sánchez kam auf 9.173.000 Stimmen beziehungsweise 49,865 Prozent. Das Ergebnis wurde von der höchsten Wahlbehörde des Landes offiziell zertifiziert.
Im Mittelpunkt der Kampagne standen wachsende Sicherheitsbedenken großer Teile der Bevölkerung. Entscheidend für viele Wählerinnen und Wähler war die Sorge vor steigender Gewaltkriminalität, insbesondere Erpressung durch organisierte Banden. Fujimori hatte wiederholt versprochen, die Sicherheitslage mit einem harten Kurs zu verbessern und dieses Versprechen nannten Unterstützer als zentrales Motiv ihrer Wahlentscheidung.
Der Schritt markiert den vierten Anlauf Fujimoris um das Präsidentenamt. Sie ist 51 Jahre alt und Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, dessen Amtszeit in den 1990er-Jahren einerseits für den militärisch-polizeilichen Sieg gegen die maoistische Guerrillaorganisation Sendero Luminoso anerkannt wird, andererseits wegen autoritärer Maßnahmen sowie späterer Verurteilungen wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption stark umstritten ist. Ihre wiederholten Kandidaturen spiegeln sowohl anhaltende Unterstützung als auch tief sitzende Vorbehalte in der Bevölkerung wider.
Gleichzeitig macht die extrem knappe Differenz von 0,270 Prozentpunkten die politische Polarisierung im Land deutlich: Nur eine schmale Stimmpreisgabe entschied über den zukünftigen Kurs Perus. Fujimori wird, sobald sie ihr Amt antritt, als neunte Person innerhalb von zehn Jahren das Präsidentenamt übernehmen; der Amtsantritt ist für später im Monat vorgesehen. Diese Häufung von Regierungswechseln unterstreicht die institutionellen Herausforderungen, mit denen das Land derzeit konfrontiert ist.
Zugleich kündigt die zertifizierte Entscheidung konkrete und unmittelbare Aufgaben an. Die enge Mehrheitsverteilung deutet auf eine fragile politische Ausgangslage hin, in der Konsensbildung, Sicherheitsstrategie und die Suche nach wirtschaftlicher Stabilität vorrangige Themen bleiben. Konkrete Maßnahmen, Personalentscheidungen oder eine Regierungszusammensetzung waren zum Zeitpunkt der Zertifizierung noch nicht bekannt, weshalb die kommenden Wochen für die politische Agenda Perus entscheidend werden dürften.