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EU sieht nach 20 Sanktionsrunden erstmals deutliche Risse in Russlands Wirtschaft

Wachsende Sanktionen treffen auf kurzfristige Entlastung durch höhere Ölverkäufe nach Störung in der Straße von Hormus.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: EU sieht nach 20 Sanktionsrunden erstmals deutliche Risse in Russlands Wirtschaft
  • Trotz anhaltender Angriffe in der Ukraine zeigen makroökonomische Indikatoren in Russland Risse
  • die EU plant verstärkten Druck mit weiteren Strafmaßnahmen.

Nach Angaben aus Moskau und Brüssel zeigen sich nach 20 Runden westlicher Sanktionen erstmals deutlich sichtbare Schwächen in der russischen Volkswirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zwischen Januar und März um 0,3 Prozent, was die erste Quartalskontraktion seit Anfang 2023 markiert. Parallel dazu hat sich das Haushaltsdefizit in diesem Zeitraum auf rund 60 Milliarden US‑Dollar ausgeweitet und damit das für das Gesamtjahr gesetzte Ziel bereits übertroffen.

Nach dem Schritt, die Lage zu analysieren, hat Präsident Wladimir Putin seine politischen Vertrauten angewiesen, die schleppende Entwicklung makroökonomischer Kennzahlen zu erklären und Maßnahmen zur Wiederherstellung des Wachstums vorzuschlagen. In Moskau sorgt die wirtschaftliche Entwicklung offenbar für Unruhe in höchsten Kreisen; die Führung sucht demnach nach Handlungsmöglichkeiten, um den negativen Trends entgegenzusteuern.

Gleichzeitig werten Entscheidungsträger in Brüssel die Indikatoren als Bestätigung, dass die Sanktionspolitik Wirkung entfaltet, und drängen auf koordinierte weitere Schritte. Vorgeschlagen wird unter anderem ein Verbot bestimmter maritimer Dienstleistungen für russische Öltanker, um Transportkosten zu erhöhen und Erlöse zu schmälern. Die Umsetzung solcher Maßnahmen ist allerdings derzeit blockiert.

Inzwischen hat eine Störung in der Straße von Hormus Russland kurzfristig zusätzliche Einnahmen verschafft: Die Erlöse aus Ölverkäufen stiegen im März deutlich an, nachdem sie im Februar deutlich niedriger lagen. Dieses vorübergehende Plus hat die Wirkung der Sanktionen kurzfristig gedämpft und erschwert die Abstimmung weitergehender Maßnahmen. Daneben bleibt unklar, wie lange dieser Einnahmenanstieg anhalten wird und welchen Einfluss er langfristig auf die Einnahmenlage haben kann.