Royal Navy verfolgt russische Fregatte einen Monat lang vor britischer Küste
Britische Kriegsschiffe beobachteten eine russische Fregatte während eines einmonatigen Einsatzes von Atlantik bis Nordsee; Schiffe wurden bei Nachschubstopps und Durchfahrten des Ärmelkanals begleitet.
Nach Angaben der vorliegenden Recherche verfolgte die Royal Navy im April eine russische Fregatte täglich, als sie vom Atlantik in die Nordsee segelte. Die Admiral Grigorovich begleitete demnach sechs Russland-gebundene Schiffe, darunter mindestens drei, die unter wirtschaftlichen Sanktionen stehen, und passierte östlich die Straße von Dover. Vier britische Schiffe sowie Helikopter hielten die Schiffe während dieses Zeitraums kontinuierlich unter Beobachtung.
Gleichzeitig soll die russische Fregatte ihre Präsenz in britischer Nähe durch Versorgungstätigkeiten aufrechterhalten haben. Marinebeobachter berichten, das Schiff habe nahe dem Offshore-Windpark Galloper vor der Küste von Suffolk Nachschub aufgenommen, wodurch es seine Operationsdauer in der Nordsee verlängerte. Beobachter gehen davon aus, dass die Fregatte weiterhin in dieser Seezone verbleibt.
Unterdessen passierte gegen Ende April eine zweite russische Fregatte, die Admiral Kasatonov, den Ärmelkanal und eskortierte zwei Handelsschiffe, von denen eines, die Sparta, mit dem Transport von Rüstungsgütern in Verbindung gebracht wird. Dieser Geleitzug wurde von dem britischen Hilfsschiff RFA Tideforce überwacht. Die anhaltenden Eskorte- und Beobachtungseinsätze beanspruchen nach Darstellung Teile der bereits gedehnten Kapazitäten der Royal Navy.
Daneben wies Verteidigungsminister John Healey darauf hin, dass die britische Marine zuvor über einen Monatszeitraum drei russische U-Boote verfolgt habe, die über Pipelines und Kabel in der Nähe britischer Gewässer gefahren seien und möglicherweise Infrastruktur unter der Oberfläche ausspähten. Sicherheitsexperten erklärten, begleitende Einsätze seien normalerweise nur bei klaren militärischen Bedrohungen üblich und die russische Schutzflotte könne ein Mittel darstellen, Handelsschiffe vor Eingriffen zu schützen. In Reaktion auf die Vorkommnisse haben weitere europäische Staaten bereits einzelne mutmaßlich Russland-gebundene Tanker festgesetzt oder kontrolliert, darunter Schweden, Frankreich und Belgien, teils mit Unterstützung des Vereinigten Königreichs.