Experten kritisieren Rettungsaktion für Buckelwal Timmy nach Ausfall des Trackers
Drei Tage nach dem Abschleppen in die Skagerrak‑See sind Verbleib und Gesundheitszustand des jungen Buckelwals unklar; Meeresforscher fordern Offenlegung der Tracking‑Daten.
Nach Angaben aus der verfügbaren Berichterstattung haben Meeresbiologen und Walexperten die private Rettungsaktion für einen vor der deutschen Ostküste gestrandeten Buckelwal scharf kritisiert, nachdem bekannt wurde, dass das am Tier befestigte Ortungsgerät offenbar nicht funktionierte. Drei Tage nach dem Transport des jungen männlichen Wals, der in Medienberichten den Spitznamen Timmy erhielt, in einen mit Wasser gefüllten Ponton und weiter in Gewässer vor Dänemark bleibt sein Verbleib und gesundheitlicher Zustand ungeklärt.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die fehlende Übermittlung von Tracker‑Daten und Informationen zu Vitalparametern, die nach Angaben der Initiatoren mit dem Gerät erfasst werden sollten. Die Initiative zur Bergung, deren Kosten auf rund €1,5 Mio. geschätzt werden, wurde teilweise von Karin Walter‑Mommert finanziert. Sie bestätigte gegenüber deutschen Medien, dass das Gerät keine Daten übermittelt habe; zuvor war angegeben worden, das System solle auch Gesundheitsdaten liefern. Diese Angaben wurden von Fachleuten und Umweltschützern angezweifelt.
Zugleich warnten Vertreter wissenschaftlicher Einrichtungen bereits vor der Aktion, weil sie befürchteten, das Tier könne den Strapazen nicht gewachsen sein. Die Umweltverwaltung von Mecklenburg‑Vorpommern erklärte, sie warte weiter auf die Übermittlung der Tracker‑ und Gesundheitsinformationen durch die private Initiative. Dänische Behörden hatten im Vorfeld erklärt, sie würden nicht eingreifen, sollte das Tier später wieder in Not geraten, und verwiesen auf das Prinzip, die Natur ihren Lauf nehmen zu lassen.
Daneben kritisierte der dänische Meeresbiologe Peter Madsen das Zurückhalten von Daten durch eine kleine Gruppe aus Initiatoren und beteiligten Stellen als ungewöhnlich und unprofessionell. Er äußerte Bedenken, dass ohne umfassende Informationen die Bewertung der Rettungsmaßnahme nicht möglich sei. In ähnlicher Richtung äußerten sich weitere Experten, die vor Beginn der Aktion Zweifel an Erfolgsaussichten und Tierwohl geäußert hatten.
Inzwischen bleiben viele Fragen offen: Wer trägt die Verantwortung für die fehlenden Daten, und wie kann die Rettungsaktion nachträglich beurteilt werden, wenn Aufzeichnungen fehlen? Solange Tracker‑ und Gesundheitsdaten nicht vorgelegt werden, fordern Meeresbiologen und Umweltschützer Transparenz, um die Umstände der Bergung und die Folgen für das Tier vollständig einschätzen zu können.