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Zelenskyj verurteilt russische ‚Zynik‘ nach Forderung nach Waffenruhe vor Siegesparade

Bei einer Welle von Angriffen in mehreren Regionen der Ukraine starben nach offiziellen Angaben 23 Menschen. Präsident Selenskyj bot eine 24‑stündige Feuerpause an und nannte Moskaus Bitte um einen Waffenstillstand zynisch.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Zelenskyj verurteilt russische ‚Zynik‘ nach Forderung nach Waffenruhe vor Siegesparade
Selenskyj kritisierte die Bitte Moskaus als Zynismus, während Russland nach ukrainischer Darstellung weiter Raketen und Drohnen einsetzte.

Nach Angaben der ukrainischen Behörden verurteilte Präsident Wolodymyr Selenskyj Moskaus Bitte um eine kurzfristige Feuerpause als äußerste Form von Zynismus, weil Russland in den Tagen vor der geplanten Siegesparade in Moskau weiterhin Raketen- und Drohnenangriffe durchführe. Zugleich unterbreitete Selenskyj ein eigenes Angebot: Eine 24‑stündige Waffenruhe, die am Mittwoch um Mitternacht beginnen sollte. Er sicherte zu, dass die ukrainischen Streitkräfte im Falle eines echten russischen Waffenstillstands ebenfalls nicht feuern würden.

Im Mittelpunkt der Empörung stehen die Opfer der Angriffswelle: Nach Berichten aus Kiew kamen insgesamt 23 Menschen ums Leben, 37 weitere wurden verletzt. Im Süden traf ein Angriff die Stadt Zaporizhzhia, dort berichtete der Regionalgouverneur von mindestens 12 Toten. In der ostukrainischen Stadt Kramatorsk in der Region Donezk wurden demnach fünf Zivilisten getötet, als das Stadtzentrum getroffen wurde.

Zugleich rief ein Anschlag in der Zentralregion Poltawa starke Empörung hervor: Drei Mitarbeiter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz wurden bei einem ersten Angriff auf eine Gasanlage getötet, und bei einem anschließenden Bombardement starben zwei Einsatzkräfte, die zum Unglücksort geeilt waren. In der nordöstlichen Region Charkiw kam ein weiterer Mensch ums Leben. Die Angriffe führten zudem zu Beschädigungen an Infrastruktur und zu Unterbrechungen bei Versorgungen.

Russische Stellen meldeten einen massiven Einsatz beider Seiten in der angespannten Lage: Russland sprach von abgeschossenen ballistischen Raketen und hunderten eingesetzten Drohnen, zugleich gab das russische Verteidigungsministerium an, mehr als 300 ukrainische Drohnen zwischen Montagabend und Dienstag früh abgewehrt zu haben. Die Angriffe fallen in die Tage vor der jährlichen Militärparade in Moskau, die dieses Jahr ohne schwere Militärtechnik stattfinden soll.

Daneben steht die Drohung Kiews, die Parade zu stören, sollte Moskau nicht tatsächlich das Feuer einstellen. Ohne einen echten Waffenstillstand bleibt die Lage volatil; die ukrainische Führung fordert, dass Russland zu konkreten Schritten bereit ist, um die Gewalt zu beenden und zivile Opfer zu verhindern.