Zelenskyj verurteilt russische ‚Zynik‘ nach Angriff auf Gasanlage in Poltawa, fünf Tote
Nächtlicher Angriff auf Gasanlage in Poltawa tötet drei Naftogaz‑Mitarbeiter und zwei Rettungskräfte; Selenskyj kritisiert Moskaus angekündigten Waffenstillstand als zynisch.
- Naftogaz‑Mitarbeiter und Ersthelfer unter den Opfern
- Selenskyj bietet eigene 24‑stündige Feuerpause an und bezeichnet Moskaus Vorgehen als Heuchelei.
Nach Angaben regionaler Behörden und des ukrainischen Präsidenten forderten nächtliche Angriffe in der zentralukrainischen Region Poltawa fünf Tote und 37 Verletzte. Drei der Getöteten waren Mitarbeiter des staatlichen Energieunternehmens Naftogaz, zwei weitere gehörten zu den Einsatzkräften, die nach dem ersten Einschlag zur Unglücksstelle ausgerückt waren und bei einem Folgebombardement starben. Die Explosionen trafen eine Gasanlage; direkte Treffer und herabfallende Trümmer wurden an zwei Standorten im Bezirk Poltawa gemeldet.
Zugleich verurteilte Präsident Wolodymyr Selenskyj das Vorgehen als moralische Heuchelei, weil Moskau einen einseitigen Waffenstillstand angekündigt hatte, um eine Militärparade in Moskau zu ermöglichen. Er bot eine eigene 24‑stündige Feuerpause an, die um Mitternacht am Mittwoch beginnen solle, und kündigte an, die Ukraine werde bei einem echten russischen Waffenstillstand entsprechend reagieren. Ohne ein solches Abkommen bestehe das Risiko, die Parade in Moskau zu stören.
Unterdessen meldete Moskau, mehr als 300 ukrainische Drohnen zwischen Montagabend und Dienstag früh abgeschossen zu haben. In mehreren Regionen, darunter Charkiw, gab es nach Behördenangaben weitere Angriffe; dabei kam mindestens eine weitere Person ums Leben. Die Angriffe auf die Gasanlage reihten sich in eine zuletzt verstärkte Welle ukrainischer Langstreckenangriffe auf Ziele innerhalb Russlands ein, während Beobachter veränderte Frontdynamiken registrieren.
Nach dem Schritt intensiverer Angriffe hat sich die Lage an der Front offenbar verschoben: Analysen zufolge verlor die russische Armee im April mehr Territorium, als sie gewann. Diese Entwicklung unterscheidet sich von früheren Monaten und steht im Kontext zunehmender Gewalt auf beiden Seiten, einschließlich Treffern an kritischer Infrastruktur und Gefährdungen für Zivilisten und Rettungskräfte.