Lib Dems werfen Kemi Badenoch vor, Tür für Zusammenarbeit mit Reform UK zu öffnen
Nach Äußerungen zur Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene kritisieren die Liberaldemokraten die konservative Parteichefin und sehen ein mögliches Signal Richtung Nigel Farage.
Nach Angaben der Liberaldemokraten hat die konservative Parteichefin Kemi Badenoch in Interviews angedeutet, lokale Absprachen mit Reform UK zulassen zu können, wenn solche Vereinbarungen konservative Politik voranbringen. In einem Gespräch mit Sky News hob Badenoch hervor, dass es in einigen Kommunen, in denen Reform UK Stimmen gewonnen habe, bislang keine formellen Koalitionen mit den Konservativen gebe, und sagte zugleich, man sei bereit, mit denen zusammenzuarbeiten, die konservative Vorhaben umsetzen würden.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die Sorge, dass solche Formulierungen über die Kommunalpolitik hinaus als Signal verstanden werden könnten. Daisy Cooper, stellvertretende Chefin der Liberaldemokraten, äußerte, dass lebenslange konservative Wähler entsetzt sein dürften, wenn Badenoch die Tür zu Bündnissen mit Reform UK öffne. Sie warnte vor einer Vorbereitung auf die nächste Parlamentswahl, bei der solche Koalitionsoptionen eine Rolle spielen könnten.
Nach dem Schritt in Interviews hatten Beobachter zudem darauf hingewiesen, dass Badenoch und Reform‑UK‑Chef Nigel Farage auf nationaler Ebene bislang wiederholt abgestritten hatten, ein gemeinsames Wahlabkommen oder eine formelle Koalition anzustreben. Während des Wahlkampfs seien allerdings bereits vorsichtige Andeutungen beiderseits gefallen, Optionen nicht vollständig auszuschließen; entsprechende Passagen in Gesprächen mit Medien ließen die kategorische Ablehnung eines Bündnisses weniger eindeutig erscheinen als frühere Aussagen.
Zugleich ist die politische Praxis auf kommunaler Ebene häufig pragmatischer: Wenn keine Partei eine klare Mehrheit erhält, entstehen Mehrheiten nicht selten durch taktische Übereinkünfte. Die Liberaldemokraten betonen jedoch, dass Kooperationen, deren vorrangiges Ziel das Durchsetzen konservativer Politik ist, bei vielen Wählern Misstrauen und Sorgen hervorrufen könnten. Konservative Stimmen innerhalb der Partei reagierten bislang nicht einheitlich; es wurden auch interne Warnungen vor einer zu engen Annäherung an Reform UK erwähnt.