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Pussy Riot zwingt russischen Pavillon auf der Biennale in Venedig vorübergehend zur Schließung

Aktivistinnen unterbrechen Vorschau mit Bengalos und Slogans; Polizei verhindert Eindringen in den Pavillon. Protest richtet sich gegen die russische Teilnahme und finanzielle Verbindungen zur Biennale.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Pussy Riot zwingt russischen Pavillon auf der Biennale in Venedig vorübergehend zur Schließung
Rund 40 Demonstrierende, darunter Mitglieder feministischer Gruppen, zündeten Bengalos und skandierten Slogans gegen die russische Präsenz auf der Kunstschau.

Nach Angaben von Augenzeugen wurde der russische Pavillon auf der Biennale in Venedig am zweiten Tag der Vorschau kurzzeitig geschlossen, nachdem die Aktivistinnengruppe Pussy Riot eine Protestaktion vor dem Eingang durchgeführt hatte. Etwa 40 Demonstrierende, teils mit pinken Sturmhauben, versammelten sich vor dem Pavillon, zündeten pinke, blaue und gelbe Bengalos und spielten Punkmusik, um gegen die Präsenz Russlands auf der internationalen Kunstmesse zu protestieren.

Im Mittelpunkt der Aktion stand der Versuch einiger Protestierender, in den Pavillon zu gelangen. Die Polizei bildete eine Reihe am Eingang und drängte die Gruppe zurück, sodass ein Eindringen verhindert wurde. Während der Aktion trugen manche Demonstrierende Parolen auf ihren Körpern wie Curated by Putin, dead bodies included; weitere Slogans kritisierten eine Verbindung zwischen russischer Kunst und Gewalt. Vor dem Pavillon wurde eine Statue mit einer ukrainischen Flagge umwickelt.

Nach dem Schritt, die Öffentlichkeit auf die Verstrickungen von Kunst und Politik aufmerksam zu machen, äußerte Nadya Tolokonnikova, eine Mitbegründerin von Pussy Riot, Empörung darüber, dass am ersten Tag der Vorschau im russischen Raum Prosecco ausgegeben und laute Musik gespielt worden sei. Sie forderte die Leitung der Biennale auf, künftig keine russischen Gelder mehr anzunehmen, und bot zugleich an, den russischen Pavillon 2028 zu kuratieren — mit Werken von Künstlern, die in russischen Strafanstalten gewesen seien oder sich derzeit dort befänden.

Zugleich zog die Protestaktion zahlreiche Zuschauer an; viele Besucher standen bereits in langen Warteschlangen und reagierten verwundert auf die Störung. Es kam zu keinen Festnahmen während der Demonstration. Die Aktion fügt sich in eine angespannt geführte Debatte um die Rolle nationaler Delegationen auf der Biennale, bei der politische Kontroversen die Kunstdiskussion zeitweise überschattet haben.