Zelenskyj verurteilt Russlands ‚Zynik‘ nach Welle tödlicher Angriffe vor Parade‑Waffenruhe
Kiew wirft Moskau vor, die Bitte um eine Feuerpause zu nutzen, um in Russland eine Militärparade abzuhalten, während in der Ukraine Dutzende bei Raketen- und Drohnenangriffen getötet und verletzt wurden.
- Zelenskyj bietet eine 24‑stündige Gegenfeuerpause an und nennt Moskaus Bitte um Waffenruhe äußerste Zynik
- Angriffe fordern mindestens 23 Tote und zahlreiche Verletzte.
Nach Angaben der ukrainischen Regierung hat Präsident Wolodymyr Zelenskyj Moskaus Bitte um eine Waffenruhe scharf verurteilt und als äußerste Zynik bezeichnet. Russland hatte eine einseitige Feuerpause in Russland rund um den Jahrestag des Sieges über Nazi‑Deutschland angekündigt, um unter anderem eine Militärparade in Moskau abzuhalten. Kiew wirft der Führung in Moskau vor, eine Ruhepause zu fordern, während auf ukrainischem Gebiet weiterhin Raketen und Drohnen eingesetzt würden.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen die massiven Angriffsreihen, die unmittelbar vor und während der Ankündigung ukrainische Städte und Infrastruktur trafen. Insgesamt seien 23 Menschen getötet worden, meldet Kiew. Zu den genannten Verlusten gehören 12 Tote bei einem Schlag auf die südliche Stadt Zaporizhzhia, fünf Getötete bei einem Angriff im Zentrum von Kramatorsk und drei Mitarbeiter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, die bei einem zunächst gemeldeten Treffer auf eine Gasanlage in der zentralen Region Poltawa ums Leben kamen. Bei einem Folgeangriff starben außerdem zwei Einsatzkräfte am Unglücksort; 37 Menschen wurden verletzt. In der nordöstlichen Region Charkiw wurde ein weiterer Todesfall registriert.
Zugleich berichtete der Gouverneur der Poltawa‑Region von direkten Treffern und herabfallenden Trümmern an zwei Standorten; zudem sei die Gasversorgung für nahezu 3.500 Menschen unterbrochen worden. Außenminister Andrij Sybiha verurteilte die Attacke und wies auf eine Doppelangriffsfolge hin, bei der Helfer getötet worden seien. Kiew bezeichnete die Vorgänge als gezielte Angriffe auf zivile Ziele und Rettungskräfte und forderte erneut Schutz für die Zivilbevölkerung.
Nach dem Schritt bot Zelenskyj im Gegenzug eine eigene 24‑stündige Feuerpause ab Mitternacht am Mittwoch an und erklärte, die Ukraine werde reziprok handeln, falls Russland das Feuer einstelle. Er erinnerte daran, dass frühere proklamierte Ruhephasen Moskaus die Angriffe nicht stoppten. Daneben wiesen russische Militärstellen auf einen Einsatz mit 11 ballistischen Raketen und 164 Drohnen in der Angriffsserie hin; sie erklärten, mehr als 300 ukrainische Drohnen abgewehrt zu haben.
Inzwischen häufen sich Hinweise auf eine Verschiebung an der Front: Beobachter vermerken, dass russische Geländegewinne zuletzt ins Stocken geraten seien, und einige Analysen verzeichneten im April mehr verlorenes als gewonnenes Terrain. Die Lage bleibt angespannt, da die Aussicht besteht, dass ohne eine Vereinbarung die Spannungen um die geplante Parade in Moskau weiter zunehmen könnten.