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Europol‑Taskforce ‚Grimm‘ meldet 280 Festnahmen gegen ‚Violence‑as‑a‑Service‘‑Netzwerke

Europol und elf Länder identifizierten über 1.400 Verdächtige; Rekrutierung erfolgt über Social Media, zugleich fanden Gespräche mit Tech‑Plattformen statt.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Europol‑Taskforce ‚Grimm‘ meldet 280 Festnahmen gegen ‚Violence‑as‑a‑Service‘‑Netzwerke
Die grenzüberschreitende Taskforce rückt das Geschäftsmodell ‚Violence‑as‑a‑Service‘ in den Fokus und sucht die Zusammenarbeit mit großen Tech‑Anbietern.

Nach Angaben von Europol hat die 2025 gestartete Taskforce ‚Grimm‘ in ihrem ersten Jahr 280 Festnahmen im Zusammenhang mit sogenannter ‚Violence‑as‑a‑Service‘‑Kriminalität verzeichnet. Die Operation richtet sich gegen ein Geschäftsmodell, bei dem gewalttätige Dienste über Online‑Kanäle angeboten und vermittelt werden, oft unter Einbeziehung junger Unterstützer.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Liste von mehr als 1.400 Personen, die nach Einschätzung der Behörden mit der organisierten Vermittlung und Ausführung von Gewalt in Verbindung stehen. An der Kooperation sind Belgien, Dänemark, Frankreich, Finnland, Deutschland, Island, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich beteiligt; sie fokussiert auf Rekrutierung, Koordination und grenzüberschreitende Taten.

Zugleich nutzten die Ermittler die EU‑Most‑Wanted‑Plattform, auf der drei Beschuldigte aus Schweden und Deutschland geführt werden. Den Männern werden unter anderem Mord, Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen; die Plattform soll helfen, flüchtige Verdächtige zu identifizieren und grenzüberschreitend zu verfolgen.

Daneben haben Polizeibehörden Gespräche mit großen Tech‑Plattformen geführt, darunter Google, Meta, TikTok und Snapchat, mit dem Ziel, die Online‑Rekrutierung zu erschweren. Vertreter der Strafverfolgung beschrieben einige Treffen als konstruktiv, kritisierten jedoch, dass manche Anbieter nicht ausreichend kooperierten, weshalb nach Auffassung der Ermittler weitere Maßnahmen notwendig sind.

In Schweden gewinnt das Problem besondere Brisanz: Dort werden zunehmend Minderjährige für die Netzwerke rekrutiert, wobei Kinder unter 15 Jahren nach nationaler Regelung nicht strafrechtlich belangt, sondern der Sozialfürsorge zugeordnet werden. Diese rechtliche Grenze erschwere das Vorgehen gegen die Gruppen und stelle Ermittler in mehreren beteiligten Ländern vor zusätzliche Herausforderungen.