Familie nach mehr als zehn Monaten in texanischem Abschiebezentrum freigelassen
US-Bezirksrichter anordnet Freilassung einer Frau und ihrer fünf Kinder nach mehr als zehn Monaten in Haft; Homeland Security kritisiert Urteil scharf.
- US-Bezirksrichter Fred Biery befiehlt die Freilassung von Hayam El Gamal und ihren fünf Kindern aus dem Dilley-Abschiebezentrum
- zwei Familienmitglieder müssen elektronische Fußfesseln tragen.
Nach Angaben des Gerichts wurden Hayam El Gamal und ihre fünf Kinder am Donnerstag freigelassen, wenige Stunden nachdem US-Bezirksrichter Fred Biery im westlichen Distrikt von Texas dies angeordnet hatte. Die Familie hatte sich seit Juni in Bundesgewahrsam befunden; die mehr als zehnmonatige Inhaftierung gilt als die längste Familienhaft in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump.
Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht der Dilley-Abschiebezentrumskomplex südwestlich von San Antonio, in dem die Familie festgehalten worden war. El Gamal und ihre Kinder im Alter von fünf bis 18 Jahren waren dort untergebracht; nach der gerichtlichen Anordnung müssen El Gamal und ihre 18-jährige Tochter Habiba Soliman elektronische Fußfesseln tragen.
Nach dem Schritt zur Inhaftierung steht ein Feuerbombenanschlag im vergangenen Jahr in Boulder, Colorado, im Hintergrund, bei dem eine 82-jährige Frau verletzt wurde und später starb. El Gamals Ex-Mann, Mohamed Sabry Soliman, wurde mit dem Angriff in Verbindung gebracht und festgenommen. El Gamal hatte sich nach dessen Festnahme von ihm scheiden lassen und den Anschlag öffentlich verurteilt.
Vertreter der Familie erklärten, sie hätten keinerlei Vorwissen über die Pläne des Beschuldigten gehabt und bezeichneten die monatelange Inhaftierung als rechtswidrig. Die Rechtsvertretung erhob zudem Vorwürfe zur medizinischen Versorgung während des Aufenthalts in Haft: El Gamal sei kürzlich wegen starker Schmerzen in eine Notaufnahme gebracht worden; eine CT-Untersuchung habe Flüssigkeit um das Herz gezeigt. Dem Anwalt zufolge leiden alle fünf Kinder an Depressionen.