Familie nach Wiedereinweisung durch ICE zurück in Colorado – Anwalt spricht von 'Entführung'
Nach Tagen in Gewahrsam kehrte eine ägyptische Mutter mit ihren fünf Kindern nach Colorado zurück. Der Fall löst Debatten über das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörden aus.
- El Gamal und ihre fünf Kinder wurden nach einer gerichtlichen Freilassung erneut festgenommen
- der Anwalt bezeichnete das Vorgehen der Behörden als 'Entführung'.
Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht die El Gamal-Familie: Eine ägyptische Mutter und ihre fünf Kinder sind nach einer mehrtägigen Ingewahrsamnahme wieder in ihr Zuhause in Colorado zurückgekehrt. Ihr Anwalt machte geltend, die Familie sei nach einer gerichtlichen Freilassung erneut in Gewahrsam genommen worden und sprach von einer rechtswidrigen Aktion, die er als Entführung bezeichnete.
Die Familie war ursprünglich im vergangenen Juni von der Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden. Hintergrund sind Vorwürfe gegen den Vater, der in den USA wegen eines Angriffs auf Unterstützer israelischer Geiseln angeklagt ist; die Angehörigen betonen hingegen, nichts mit den Taten des Vaters zu tun zu haben. Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie verbrachten sie ungewöhnlich lange Zeit in dem privat betriebenen South Texas Family Residential Center in Dilley, einer ICE-Einrichtung für Familien.
Am 23. April ordnete ein Bundesrichter in Texas die Freilassung der Familie an; daraufhin reisten die Angehörigen nach Colorado. Nur kurz nach ihrer Rückkehr seien sie laut Anwalt erneut von ICE-Beamten festgenommen worden. Die Rechtsvertretung wertete das Vorgehen als Versuch, einer gerichtlichen Anordnung zu widersprechen, und übte scharfe Kritik an der Bundesregierung.
Die Lage spitzte sich zu, als die Familie auf ein Flugzeug gesetzt wurde, das offenbar in Richtung Michigan unterwegs war. Ein Gericht in Colorado intervenierte und untersagte weitere Abschiebeversuche, woraufhin das Flugzeug umkehrte. Im Anschluss wurde die Familie erneut aus der Haft entlassen und traf am 29. April wieder in Colorado ein, wie der Anwalt bestätigte.
Während der Haftzeit traten nach Angaben der Rechtsvertretung gesundheitliche Probleme bei der Mutter auf; sie habe wiederholt um eine Untersuchung gebeten. Nach einer medizinischen Notfallbehandlung seien weitere Tests dem Anwalt zufolge verweigert worden. Diese Beschwerden sowie die lange Verweildauer in der Einrichtung haben bei Unterstützern und einigen Abgeordneten Besorgnis ausgelöst.
Zugleich verteidigte die Heimatschutzbehörde in einer Stellungnahme ihre Praxis zur Durchsetzung von Abschiebungen. Vertreter der Familie und deren Anwälte sehen in dem Vorfall jedoch ein Muster, in dem gerichtliche Anordnungen und das Handeln der Behörden in Konflikt geraten, und riefen zu genauerer Prüfung des Falls auf.