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Festnahmen auf Kreta: Ermittler zerschlagen Ring im EU-Subventionsskandal

Polizei nimmt 20 Verdächtige auf Kreta fest; Ermittler gehen davon aus, dass ein Netzwerk seit 2019 mehr als drei Millionen Euro an EU‑Agrarhilfen erschlichen hat.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Festnahmen auf Kreta: Ermittler zerschlagen Ring im EU-Subventionsskandal
  • In Griechenland treibt ein umfangreicher Betrugsskandal um EU-Agrarhilfen neue Ermittlungen voran
  • Festnahmen auf Kreta und die Rolle der Europäischen Staatsanwaltschaft stehen im Fokus.

Nach Angaben der griechischen Behörden nahm die Polizei auf Kreta 20 Personen fest, die mutmaßlich an einem organisierten Betrug mit EU‑Agrarsubventionen beteiligt waren. Die Razzia richtete sich nach Behördenangaben gegen ein Netzwerk, dem zwei Buchhalter sowie mehrere Staatsbedienstete als mutmaßliche Anführer zugerechnet werden. Ermittler sprechen von einer gezielten Struktur, die offenbar über Jahre hinweg agierte.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht demnach die systematische Fälschung von Förderanträgen: Demnach soll das beschuldigte Netzwerk Landwirten dabei geholfen haben, Anträge mit falschen Flächenangaben einzureichen, um Zahlungen aus EU‑Agrarfonds zu erhalten. Die Aktivitäten sollen bereits 2019 begonnen haben; die Polizei schätzt die möglichen illegalen Einnahmen des Rings auf mehr als drei Millionen Euro. Konkrete Anklagen wurden bislang nicht im Detail veröffentlicht.

Zugleich erhöhen die Festnahmen den Druck auf die Regierung in Athen. Erst im vergangenen Monat hatte das Parlament die Immunität von 13 Abgeordneten der regierenden Nea Dimokratia aufgehoben, um Ermittlungen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug zu ermöglichen. Die Maßnahme öffnete Ermittlern den Weg zu strafrechtlichen Schritten gegen Mandatsträger und hat die politische Debatte über Korruption und Kontrolle von EU‑Mitteln weiter angeheizt.

Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) führt bereits länger Ermittlungen zu mutmaßlichen Verstößen gegen die finanziellen Interessen der Europäischen Union in Griechenland. Bereits im vergangenen Jahr hatten europäische Ankläger Dutzende Viehzüchter beschuldigt, den Besitz von Weideland vorgetäuscht zu haben, um Subventionen zu kassieren; dabei sollen Staatsbedienstete und konservative Politiker geholfen haben. Unterdessen betrachten Ermittler die Festnahmen auf Kreta als jüngsten Schritt in einer Reihe verwandter Verfahren, die das Vertrauen in die Vergabepraxis von EU‑Agrarmitteln in Griechenland erschüttern.