FfE-Berechnung: Batterien würden Dunkelflauten nur mit 20–40-facher Ausbauleistung überbrücken
Studie für das Handelsblatt zeigt: Die genehmigten Batteriespeicher reichen bei weitem nicht aus, um längere Dunkelflauten allein mit Batterien zu überbrücken; Bundeswirtschaftsministerin Reiche favorisiert in der Ausschreibung Gaskraftwerke.
Nach Angaben einer Berechnung der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) für das Handelsblatt wäre ein massiver Ausbau von Batteriespeichern notwendig, um mehrtägige Phasen ohne Wind- und Solarstrom, sogenannte Dunkelflauten, ausschließlich mit Batterieenergie zu überbrücken. Der Analyse zufolge müsste die Kapazität der derzeit genehmigten Speicherprojekte um den Faktor 20 bis 40 erhöht werden, damit Batterien allein die Versorgung sichern könnten.
Im Mittelpunkt der Debatte steht damit die Lücke zwischen dem aktuell geplanten Ausbau und dem theoretisch nötigen Volumen für eine rein batteriegestützte Versorgung in Flauten. Die bislang genehmigten Vorhaben bilden nur einen Bruchteil jenes Bedarfs ab, den die FfE-Berechnung als Bandbreite quantifiziert. Das Ergebnis macht deutlich, wie groß die infrastrukturellen und genehmigungsrechtlichen Herausforderungen wären, sollte die Politik ausschließlich auf Batteriespeicher setzen.
Zugleich rückt die Analyse die unmittelbar bevorstehende Entscheidung über die Ausschreibung für Back-up-Kapazitäten ins Zentrum: Bundeswirtschaftsministerin Reiche plädiert demnach dafür, kurzfristig verfügbare Gaskraftwerke in die Planung einzubeziehen. Die FfE-Ergebnisse liefern damit ein pragmatisches Argument dafür, neben dem Ausbau von Batterien auch auf fossile Reservekapazitäten zurückzugreifen, um Versorgungssicherheit in Dunkelflauten zu gewährleisten.
Daneben bleiben Fragen nach Kosten, Umsetzungsdauer und Genehmigungsprozessen zentral. Ein ausschließlich batteriebasierter Ansatz würde nicht nur beträchtliche Investitionen erfordern, sondern auch erhebliche zeitliche Anstrengungen für Planung, Genehmigung und Bau nach sich ziehen. Die FfE-Berechnung beschränkt sich auf das Verhältnis von vorhandener zu benötigter Kapazität und stellt damit einen konkreten Maßstab bereit, an dem politische Entscheidungen zu Technologieauswahl und Übergangsstrategien gemessen werden können.