Foot Locker wächst wieder, belastet aber Dick's Ergebnis nach Übernahme
Dick's meldet stark gestiegene Umsätze dank Foot Locker, verfehlt jedoch bereinigte Gewinnerwartungen wegen hoher Integrations- und Restrukturierungskosten.
- Foot Locker verzeichnet erstmals seit Ende 2024 wieder vergleichbares Umsatzwachstum
- Dick's schreibt rund 96,5 Mio. USD an einmaligen Kosten ab und senkt Ergebnisprognosen für 2026.
Nach Angaben von Dick's Sporting Goods ist die übernommene Kette Foot Locker in die Wachstumszone zurückgekehrt. Im ersten Fiskalquartal legten die vergleichbaren Umsätze bei Foot Locker um 0,6 Prozent zu; in den US-Filialen stieg der Wert sogar um 6,4 Prozent. Zusammengenommen hoben die Foot Locker-Standorte und die eigenen Dick's-Filialen die vergleichbaren Verkäufe des Konzerns um 4,1 Prozent an.
Im Mittelpunkt der Quartalsbilanz stehen jedoch hohe Einmalbelastungen, die das bereinigte Ergebnis drückten. Für das Quartal bis zum 2. Mai verbuchte Dick's 96,5 Millionen US-Dollar an Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme, davon 53,8 Millionen US-Dollar für M&A-bezogene Posten wie Abfindungen und Ladenschließungen sowie 42,7 Millionen US-Dollar für den Abbau von Lagerbeständen. Diese Posten führten dazu, dass das bereinigte Ergebnis je Aktie leicht unter den Markterwartungen ausfiel.
Nach dem Schritt, Foot Locker in den Konzern zu integrieren, stiegen die Umsätze deutlich: Dick's wies einen Quartalsumsatz von 5,17 Milliarden US-Dollar aus, rund 63 Prozent mehr als im Vorjahr. Operativ erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 319,82 Millionen US-Dollar, entsprechend 3,54 US-Dollar je Aktie, nach 264,29 Millionen US-Dollar beziehungsweise 3,24 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 2,90 US-Dollar gegenüber den von LSEG befragten Analysten erwarteten 2,92 US-Dollar.
Zugleich passt die Geschäftsführung die Jahresziele an. Die Spannbreiten für das vergleichbare Umsatzwachstum wurden gestrafft: Für das Kerngeschäft von Dick's wird nun ein Anstieg zwischen 2,5 und 4,0 Prozent erwartet, zuvor 2,0 bis 4,0 Prozent; für Foot Locker wurde die Spanne auf 1,5 bis 3,0 Prozent angehoben. Gleichzeitig senkte das Management die Prognosen für das konsolidierte operative Ergebnis und die Ergebnisbandbreite je Aktie für 2026.
Daneben treibt Dick's die Umbauprogramme in den Foot Locker-Filialen voran. Pilotgeschäfte unter dem Namen ‚Fast Break‘ wurden von 11 auf rund 100 Standorte ausgeweitet und verzeichnen zweistellige vergleichbare Umsätze sowie bessere Warenmargen. Das Unternehmen plant, die Initiative vor der Rückkehr zur Schul-Einkaufssaison und vor dem Weihnachtsgeschäft auf deutlich mehr Standorte auszudehnen. Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem vorbörslichen Kursrückgang von fast fünf Prozent, ein Ergebnis der Kombination aus starker Topline-Performance durch die Übernahme und kurzfristig belastenden Integrationskosten.