Frankreich verhängt neue Millionenstrafe gegen Shein wegen Retouren- und Bestellproblemen
Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde verhängt erneut hohe Sanktion gegen den Onlinehändler; Shein kündigt Rechtsmittel an.
Nach Angaben der französischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde hat der Online-Modehändler Shein eine Geldbuße von rund 22 Millionen Euro auferlegt bekommen. Die Behörde begründet die Sanktion mit wiederholten Mängeln bei der Abwicklung von Bestellungen und Retouren auf dem französischen Markt, die das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigt hätten.
Das Unternehmen mit Sitz in Singapur erklärte, die Entscheidung vollumfänglich anzufechten. Ein Sprecher wies die Sanktion als unverhältnismäßig zurück und bezeichnete die beanstandeten Vorkommnisse als technische Probleme ohne Auswirkungen auf Verbraucher, die bereits behoben worden seien. Konkrete Angaben zur Art der technischen Fehler oder zur Zahl betroffener Fälle wurden nicht gemacht.
Diese Maßnahme reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen zwischen den französischen Behörden und dem Billigmodeanbieter ein. Bereits im Juli war Shein wegen irreführender Rabattangaben zu einer Strafe von 40 Millionen Euro verurteilt worden. Die Aufsicht der Behörden gegenüber dem Unternehmen hatte sich zusätzlich verschärft, nachdem im November auf der Plattform besonders umstrittene Produkte angeboten worden waren.
Im Mittelpunkt der politischen Debatte steht das Verhalten internationaler Onlinehändler auf dem französischen Markt. Der für kleine und mittlere Unternehmen zuständige Minister Serge Papin bekräftigte auf der Plattform X das Vorgehen der Behörden und schrieb, man werde Maßnahmen ergreifen, bis Shein seine Praktiken ändere oder den Markt verlasse. Damit macht die Politik deutlich, dass sie eine konsequente Durchsetzung von Verbraucher- und Handelsregeln anstrebt.
Zugleich wirft die erneute Sanktion ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen Digitalgroßhändlern und nationaler Regulierung. Für Shein bedeutet die Entscheidung nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch einen weiteren Prüfstein für das Verhältnis zu europäischen Märkten, während das Unternehmen seine Verteidigung und mögliche rechtliche Schritte vorbereitet.