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Fujitsu rollt Tablet-POS mit 5.000 Geräten in Hankyu Hanshin Department Stores aus

Fujitsu und H2O Retailing haben in 15 Hankyu-Hanshin-Kaufhäusern ein drahtloses Tablet-POS eingeführt, das Beratung und Bezahlung auf der Fläche bündelt und als Cloud-Plattform flexibel skaliert.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Fujitsu rollt Tablet-POS mit 5.000 Geräten in Hankyu Hanshin Department Stores aus
  • Das Rollout umfasst rund 5.000 Tablet-Einheiten in Non-Food-Bereichen sowie etwa 400 dedizierte POS-Geräte in Food-Bereichen über 15 Standorte.
  • Verkaufsteams können Kundenservice und Zahlung im selben Verkaufsbereich abwickeln, ohne zur Kasse wechseln zu müssen.
  • Einheitliche Screen-Flows für stationäre und mobile POS sollen Trainingsaufwand senken und die Bedienung standardisieren.
  • SIM-ausgestattete Tablets ermöglichen POS-Einsätze außerhalb der Filialen, etwa bei Events oder externen Verkaufsaktivitäten, mit identischem Service-Level.
  • Die Lösung läuft in einer Cloud-Umgebung und nutzt ein pay-per-use Lizenzmodell auf Basis der jährlichen Transaktionszahl.

Fujitsu und die japanische Handelsgruppe H2O Retailing melden den flächendeckenden Einsatz eines drahtlosen Tablet-POS in allen 15 Hankyu Hanshin Department Stores. Nach Unternehmensangaben wurden dafür rund 5.000 Tablet-Einheiten in den Non-Food-Verkaufsbereichen eingeführt, ergänzt um etwa 400 dedizierte POS-Geräte für Food-Flächen. Für den japanischen Department-Store-Markt ist das eine der größten Tablet-POS-Installationen dieser Art und ein Hinweis darauf, wie stark sich der Point of Sale in Richtung mobiler und cloudbasierter Plattformen verschiebt.

Der operative Hebel liegt in der „One-Stop“-Abwicklung: Verkaufspersonal soll Kundenberatung, Produktinformationen und Zahlung im selben Bereich erledigen können, ohne den Floor zu verlassen. Das ist nicht nur eine Komfortfrage, sondern verändert Abläufe – etwa bei hochpreisigen Artikeln, personalisierten Services oder wenn die Beratung Teil des Einkaufserlebnisses ist. Die eingesparte Wegezeit kann in Interaktion, Zusatzverkauf oder Servicequalität investiert werden, während Wartezeiten an stationären Kassen sinken.

Technisch beschreibt Fujitsu das System als gemeinsame Plattform, die sowohl stationäre als auch mobile POS-Bedienoberflächen vereinheitlicht. Diese Standardisierung reduziert den Schulungsaufwand, weil unterschiedliche Geräteklassen nicht mehr eigene Workflows erzwingen. Gleichzeitig erleichtert eine einheitliche UI die Einführung zusätzlicher Funktionen, etwa Loyalty, Cross-Selling oder die Anbindung an CRM- und Service-Support-Tools, die H2O künftig auf den Tablets integrieren will.

Ein weiterer Baustein ist die Konnektivität: SIM-ausgestattete Tablet-POS können auch außerhalb des Stores genutzt werden, zum Beispiel bei Sonderveranstaltungen, Pop-up-Flächen oder externen Verkaufsaktionen. Damit wird die Kasse zu einer mobilen Capability statt zu einem festen Ort. Für Händler ist das relevant, weil Kauf- und Servicekontakte immer häufiger über mehrere Touchpoints laufen – im Store, am Event, im Concierge-Service oder im After-Sales – und die Zahlungsabwicklung dabei konsistent bleiben soll.

Auch das Betriebsmodell ist auf Volatilität ausgelegt. Fujitsu nennt eine Cloud-Implementierung und ein pay-per-use Lizenzmodell, das sich am jährlichen Transaktionsvolumen orientiert. Dadurch können Ressourcen je nach Auslastung angepasst werden, ohne dass jede Peak-Phase zu Überprovisionierung führt. Für die Stores soll das insbesondere in Saisons mit hohem Andrang eine stabile Zahlungsumgebung sichern, während Kosten und Kapazitäten enger an den realen Bedarf gekoppelt werden.

Strategisch ordnet Fujitsu das Projekt in sein Uvance-Angebot „Unified Commerce“ ein, das Informationen aus Customer-Touchpoints zentralisieren soll. Der POS wird dabei zum Datensensor und Aktor zugleich: Er erfasst Interaktionen, löst Transaktionen aus und kann – perspektivisch – Prozesse in Supply Chain, Bestandsführung und Kundenbetreuung anstoßen. Die Implementierung bei Hankyu Hanshin ist damit weniger ein isoliertes Kassenprojekt als ein Schritt, den stationären Handel über mobile Endgeräte, Cloud und Datenmodelle zu einer durchgängigen Commerce-Plattform zu verdichten.