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IRENA‑Report: Solar, Wind und Batterien machen fossile Stromerzeugung in vielen Regionen unattraktiv

Analyse zeigt: Kombinationen aus Solar, Wind und Batterien können bereits mit neuen Kohle- und Teilen von Gaskraft konkurrieren und liefern in Regionen ganzjährig verfügbare Strommengen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: IRENA‑Report: Solar, Wind und Batterien machen fossile Stromerzeugung in vielen Regionen unattraktiv
Die International Renewable Energy Agency sieht fallende Batteriepreise und Systemkonfigurationen, die rund‑um‑die‑Uhr Strom aus erneuerbaren Quellen ermöglichen.

Nach Angaben der International Renewable Energy Agency (IRENA) sind Kombinationen aus Solar‑ und Windkraftanlagen plus Batteriespeicher in vielen Regionen bereits in der Lage, durchgängig verfügbare Stromlieferungen anzubieten. Die Agentur bewertet solche Zusammenschlüsse als sogenannte firm‑Erneuerbare Systeme, die eine kontinuierliche Stromversorgung ohne fossile Backup‑Kapazität anstreben.

Treiber dieses Wandels sind vor allem deutliche Preisrückgänge bei Energiespeichern und Erneuerbaren. Seit 2010 seien die Kosten für Batteriespeicher um 93 Prozent gefallen, die Kosten für Solarmodule um 87 Prozent und für Onshore‑Wind um 55 Prozent, heißt es in der Analyse. IRENA geht davon aus, dass weitere Senkungen möglich sind; in leistungsstarken Regionen könnten großskalige Solar‑und‑Batterieprojekte bis 2035 Strom für unter 45 Euro pro Megawattstunde liefern.

Gleichzeitig weist die Agentur auf die geopolitische Dimension der Technologieumstellung hin: Die Verbindung von Wind, Sonne und Speicher kann die Abhängigkeit von fossilen Lieferketten verringern und die Gefahr von Engpässen an zentralen Transportwegen wie der Straße von Hormus mindern. In Europa lasse sich dieser Effekt bereits ablesen, heißt es; Untersuchungen zeigten, dass höhere Anteile sauberer Stromerzeugung zwischen 2023 und 2025 in einigen Ländern zu Preissenkungen von bis zu fast 25 Prozent geführt hätten und Verbrauchern in mehreren Staaten deutliche Einsparungen ermöglichten.

Die Ergebnisse stellen eine gängige wirtschaftliche Gegenargumentation zur Versorgungssicherheit infrage. IRENA macht deutlich, dass die technische Kombination aus erneuerbaren Erzeugern und Batteriespeichern wetterabhängige Produktion in verlässlich verfügbare, rund‑um‑die‑Uhr‑fähige Systeme überführen kann. Damit verschiebt sich die Kostenbilanz gegenüber neuen fossilen Kraftwerken grundlegend und eröffnet neue Wettbewerbsräume gegenüber Kohle‑ und in Teilen auch Gasstrom.

Unterdessen betont die Agentur, dass der Übergang nicht allein ökonomische, sondern auch strategische Effekte hat: Sinkende Batteriekosten und besser integrierte Systeme könnten erneuerbare Energien für energieintensive Sektoren attraktiver machen und die Anfälligkeit gegenüber externen Schocks reduzieren. In der Folge könnten Länder mit guten Solar‑ und Windressourcen bereits kurzfristig von niedrigeren Stromkosten profitieren.