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We will not be bullied: EU‑Abgeordnete blockieren schnelle Umsetzung des EU‑US‑Handelsabkommens

Nach nächtlichen Verhandlungen bleiben Abgeordnete und Kommission uneins über Schutzmechanismen gegen künftige US‑Zollschocks; weiteres Trilogue‑Treffen ist für den 19. Mai angesetzt.

Euronews/JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: We will not be bullied: EU‑Abgeordnete blockieren schnelle Umsetzung des EU‑US‑Handelsabkommens
Forderungen nach Suspendierungs‑, Sunset‑ und Anti‑Dumping‑Mechanismen verhindern vorläufige Ratifizierung des Handelsabkommens.

Nach Angaben der Europäischen Kommission gab es in den nächtlichen Gesprächen zwischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Vertretern der Mitgliedstaaten und Kommissionsvertretern zwar Fortschritte bei der Umsetzung des im vergangenen August vereinbarten EU‑US‑Handelsabkommens, doch blieben entscheidende Differenzen bestehen. Nach rund sechs Stunden endeten die Verhandlungen ergebnislos, weil Parlamentarier auf zusätzlichen Garantien bestanden, die aus ihrer Sicht das Risiko einseitiger US‑Maßnahmen abfedern sollen.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Forderung der Abgeordneten nach einer automatischen Auslaufklausel (Sunset‑Clause): Diese soll die vereinbarten Zollsenkungen Ende März 2028 automatisch beenden, sofern Parlament oder Mitgliedstaaten nicht explizit eine Verlängerung beschließen. Zugleich verlangen Abgeordnete einen Mechanismus, der verhindert, dass massive US‑Importströme den Wettbewerb im Binnenmarkt verzerren und damit Unternehmen in der EU benachteiligen könnten.

Daneben setzt sich das Parlament für eine Suspendierungsklausel ein, die einen schnellen Stopp des Abkommens ermöglicht, falls Washington mit neuen Zöllen oder anderen Maßnahmen die Interessen der EU gefährdet. Diese Forderungen wurden von mehreren Fraktionen mit Nachdruck vertreten und sind nach Angaben aus Verhandlungskreisen der Hauptgrund dafür, dass eine sofortige Ratifizierung nicht zustande kam. Die Kommission und die Mehrheit der Mitgliedstaaten dagegen befürworten eine rasche Rechtswirkung des Abkommens, um Unternehmen in beiden Wirtschaftsräumen Rechtssicherheit zu geben.

Unterdessen wächst der außenpolitische Druck: US‑Seite drohte mit höheren Zöllen auf europäische Autos, sollte die EU das Abkommen nicht zügig in Kraft setzen. Diese Drohungen bestärken im Parlament die Argumente für zusätzliche Schutzvorkehrungen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Gleichzeitig betonten Parlamentarische Vertreter, dass sie sich nicht drängen lassen und am regulären legislativen Verfahren festhalten, um umfassende Garantien durchzusetzen.

Ein neues Trilogue‑Treffen ist für den 19. Mai anberaumt. Parlamentarische Kreise zeigten sich zuversichtlich, dass innerhalb von etwa zwei Wochen eine Einigung möglich sei, falls die offenen Fragen zu Suspendierungs‑, Sunset‑ und Wettbewerbsmechanismen geklärt werden können. Bis dahin bleibt das Abkommen formal nicht ratifiziert und die Debatte über Schnelligkeit gegen Schutzmechanismen ungelöst.