Geldpolitik: Fed belässt Leitzins bei 3,5–3,75 Prozent – deutlicher Dissens im FOMC
Elf von zwölf FOMC-Mitgliedern stimmten für das Beibehalten des Zinsniveaus; Powell tritt künftig nur noch als einfaches Mitglied im Gouverneursrat auf. Das Gremium signalisiert zugleich vorsichtige Öffnungen für mögliche Zinssenkungen, während mehrere Mitglieder dem nicht zustimmen.
Nach Angaben der US-Notenbank Federal Reserve bleibt der Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent unverändert. Das teilte die Fed nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) mit; Marktteilnehmer hatten ein weiteres Stillhalten erwartet. Elf der zwölf stimmberechtigten Mitglieder votierten für die Beibehaltung des aktuellen Niveaus, während ein Mitglied eine andere Richtung favorisierte.
Im Mittelpunkt der Debatte stand ein deutlicher Dissens über den künftigen geldpolitischen Kurs. Stephen Miran, der von Präsident Donald Trump nominiert wurde, war der einzige Abweichler und sprach sich für eine Zinssenkung aus. Daneben kritisierten drei Mitglieder — Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan — zwar nicht das gegenwärtige Zinsniveau, lehnten jedoch die im Statement enthaltene Öffnung für mögliche Senkungen ab.
Zugleich setzte der Ausschuss mit seinem Statement ein Signal: Der Vorsitzende Jerome Powell und die Mehrheit stimmten für eine Formulierung, die vorsichtig auf eine mögliche Lockerung der Geldpolitik hinweist. Diese Nuancierung verdeutlicht, dass innerhalb des FOMC unterschiedliche Einschätzungen zur Entwicklung von Inflation und Wirtschaftsaktivität herrschen. Die mehrheitliche Formulierung steht damit neben klaren Vorbehalten einzelner Mitglieder.
Unterdessen kündigte die Fed eine personelle Änderung in der Führungsstruktur an: Jerome Powell wird künftig nicht mehr als Vorsitzender fungieren, sondern als einfaches Mitglied im Gouverneursrat verbleiben. Diese Änderung wurde in der Mitteilung hervorgehoben und markiert einen bedeutenden Schritt für die Zusammensetzung des Gremiums. Insgesamt macht der ausgeprägte Dissens deutlich, dass künftige Entscheidungen zur Zinsentwicklung intern kontrovers beraten werden dürften.