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Geldpolitik: Fed belässt Leitzinsen bei 3,5–3,75 Prozent – Powell bleibt Mitglied, nicht mehr Vorsitzender

Das Offenmarktausschuss hält die Zinsen erneut bei 3,50–3,75 Prozent, signalisiert aber eine vorsichtige Neigung zu Lockerungsschritten. Innerhalb des Gremiums kam es zu einem ausgeprägten Dissens über die künftige Kommunikation.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Geldpolitik: Fed belässt Leitzinsen bei 3,5–3,75 Prozent – Powell bleibt Mitglied, nicht mehr Vorsitzender
  • Elf von zwölf stimmberechtigten Mitgliedern stimmten für das Beibehalten des Zinsniveaus
  • vier Mitglieder sprachen sich gegen Hinweise auf baldige Zinssenkungen aus.

Nach Angaben der US-Notenbank Federal Reserve hat der Offenmarktausschuss (FOMC) den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert gelassen. Die Entscheidung fiel am Mittwoch nach der Sitzung des Gremiums und entsprach den Erwartungen vieler Marktteilnehmer, die bereits mit einem weiteren Aussetzen von Zinsschritten gerechnet hatten.

Zugleich offenbarte die Sitzung einen ungewöhnlich starken Dissens innerhalb des Ausschusses über die kommunikative Ausrichtung für die kommenden Monate. Elf der zwölf stimmberechtigten Mitglieder votierten dafür, das aktuelle Zinsniveau beizubehalten; nur ein Mitglied sprach sich für eine direkte Zinssenkung aus. Das Statement der Fed enthielt dennoch Formulierungen, die von der Mehrheit als vorsichtige Tendenz zu einer lockereren Geldpolitik interpretiert werden können.

Gleichzeitig verweigerten mehrere Mitglieder dem vorsichtigen Signal in Richtung Lockerung allerdings ihre Zustimmung. Drei Entscheider stimmten zwar ebenfalls für das Festhalten am aktuellen Zinssatz, lehnten es aber ab, bereits jetzt Hinweise auf bevorstehende Zinssenkungen zu geben. Der dadurch sichtbare innere Bruch im FOMC war in dieser Form ungewöhnlich und erinnert an seltene Abstimmungsaufteilungen vergangener Jahre.

Im Mittelpunkt der Entscheidung stand zudem der Status von Jerome Powell: Zum mutmaßlich letzten Mal in seiner Rolle als Fed-Vorsitzender erläuterte er die geldpolitischen Erwägungen der Notenbank. Powell hat angekündigt, im Gouverneursrat vorerst als einfaches Mitglied verbleiben zu wollen, was seinen Führungsstatus nach Ablauf der Amtszeit verändert.

Daneben bleibt festzuhalten, dass die Entscheidung, den Leitzins zu halten, sowohl von Befürwortern einer abwartenden Haltung als auch von Mitgliedern getragen wurde, die eine klare Abgrenzung zu frühzeitigen Lockerungssignalen forderten. Diese Spannungen innerhalb des Gremiums werden die Interpretation der nächsten Sitzungen und die darauf folgende kommunizierte Richtung der Notenbank maßgeblich prägen.