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Hontiveros fordert auf Pag-asa-Insel kontinuierlichen Druck gegen Chinas Ansprüche

Die philippinische Senatorin Risa Hontiveros hat bei einem Besuch auf der Insel Pag-asa (Thitu) stärkere Sicherheitskooperationen und kontinuierlichen diplomatischen Druck gegen Chinas Forderungen im Südchinesischen Meer gefordert

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Hontiveros fordert auf Pag-asa-Insel kontinuierlichen Druck gegen Chinas Ansprüche
  • Pag-asa/Thitu liegt rund 450 Kilometer westlich von Palawan und wird von etwa 400 Filipinos bewohnt.
  • Hontiveros reiste mit Medienvertretern per Flugzeug auf die Insel und ließ die philippinische Flagge hissen.
  • In der Nähe der Insel wurden chinesische Marine- und Küstenwachschiffe beobachtet.
  • Die Senatorin warb für mehr gemeinsame Patrouillen mit Partnerstaaten und für eine breitere Allianz „gleichgesinnter“ Länder.
  • Die chinesische Botschaft in Manila reagierte in den Berichten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Symbolpolitik im Streit um die Spratlys: Die philippinische Senatorin Risa Hontiveros hat am Samstag (21. Februar) die von Manila kontrollierte Insel Pag‑asa, international als Thitu Island bekannt, besucht und dabei einen härteren Kurs gegen Pekings Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer eingefordert. Auf Bildern des Besuchs ist zu sehen, wie Hontiveros gemeinsam mit Vertretern der lokalen Verwaltung und der philippinischen Küstenwache die Flagge hisst. Der Auftritt ist in erster Linie politisch, hat aber in der Region eine klare Signalwirkung: Er unterstreicht, dass Manila seine kleinen Außenposten nicht nur militärisch, sondern auch zivil und symbolisch als Teil des Staatsgebiets sichtbar halten will.

Lage und Alltag auf der Insel: Pag‑asa/Thitu liegt etwa 450 Kilometer westlich der Insel Palawan innerhalb der Spratly‑Inselkette, einem Archipel aus mehreren Hundert Inseln, Riffen und Sandbänken. Berichte beziffern die Bevölkerung auf rund 400 Menschen – überwiegend Fischerfamilien – und machen damit deutlich, dass es sich nicht um einen reinen Militärposten handelt. China weist die dortige Präsenz seit Jahren zurück und betrachtet die Bewohner als unrechtmäßig. Für Manila ist gerade die dauerhafte zivile Besiedlung ein Teil des Anspruchs, der im Streit um die maritime Ordnung regelmäßig betont wird.

Forderung nach mehr Partnern und Patrouillen: Hontiveros sprach sich dafür aus, die Sicherheits- und Verteidigungsbeziehungen mit weiteren Staaten zu vertiefen. Neben der in den vergangenen Jahren sichtbaren Stärkung der Bündnisbeziehungen mit den Vereinigten Staaten warb sie für die Einbindung zusätzlicher „gleichgesinnter“ Länder, einschließlich gemeinsamer Patrouillen. Ihre Kernbotschaft zielt auf Kontinuität: diplomatischer und politischer Druck solle dauerhaft aufrechterhalten werden, statt in Wellen aufzutreten. Das ist auch als innenpolitischer Hinweis zu lesen, dass die Linie im Südchinesischen Meer unabhängig von parteipolitischen Zyklen verlässlich sein soll.

Beobachtungen vor Ort: Ein Journalistenteam, das die Reise begleitete, berichtete von chinesischen Marine- und Küstenwachschiffen in der Nähe der Insel. Hontiveros erwähnte zudem, dass sich kurz vor der Landung die Zeichen und Symbole auf ihrem Mobiltelefon in chinesische Schriftzeichen verwandelt hätten – ein Detail, das in der Region als Hinweis auf technische Einflussmöglichkeiten und die hohe Sensibilität des Luftraums gelesen wird, ohne dass damit bereits eine überprüfbare Zuordnung verbunden ist. Die chinesische Botschaft in Manila äußerte sich laut den Berichten zunächst nicht zu einer Bitte um Stellungnahme.

Ein Besuch mit zwei Ebenen: Neben der außenpolitischen Botschaft verband Hontiveros den Trip mit einem praktischen Teil. Sie kündigte an, für die Insel essentielle Güter und medizinische Dienstleistungen mitzubringen und die Entwicklung des Außenpostens zu unterstützen. Damit koppelt die Senatorin Souveränitätsrhetorik an Versorgung und Infrastruktur – ein Ansatz, der im Südchinesischen Meer häufig entscheidend ist, weil dauerhafte Präsenz nicht nur von Patrouillen, sondern auch von zivilen Lebensbedingungen abhängt.