ICE soll US‑Bürger bei Festnahme mit Blendgranaten und Sturmgewehren bedroht und Aufnahme wie einen Film verbreitet haben
Videos und Gerichtsakten zeigen, wie ICE-Beamte Christian Cerna im Juni 2025 bei Anwesenheit seiner Kleinkinder gewaltsam festnahmen und Aufnahmen der Aktion später in sozialen Medien erschienen.
- Ein Bundesrichter sprach von einer «vindictive effort», die eine außergerichtliche Bestrafung nahelege
- der Festgenommene ist US‑Staatsbürger.
Nach Angaben aus Gerichtsunterlagen und veröffentlichten Videos wurde Christian Cerna am 11. Juni 2025 in Südkalifornien beim Fahren mit seiner Partnerin und zwei kleinen Kindern von mehreren Personen in Militärkleidung gestoppt, die später als Angehörige von Immigration and Customs Enforcement (ICE) identifiziert wurden.
Im Mittelpunkt der Aufnahmen steht demnach eine rammende Fahraktion: Zwei Fahrzeuge hätten Cernas Auto blockiert, während Einsatzkräfte Blendgranaten zündeten und Sturmgewehre auf das Fahrzeug richteten, in dem sich ein Säugling und ein Kleinkind befanden. Cerna verließ das Auto mit erhobenen Händen, bevor die Beamten ihn abführten. Gerichtspapiere weisen zudem darauf hin, dass die Operation in hoher technischer Qualität gefilmt wurde.
Zugleich dokumentieren die Akten, dass Mitarbeiter des Department of Homeland Security die Aufnahmen später in sozialen Medien nutzten. Ein Bundesrichter charakterisierte die Taktik als Teil einer vindictive effort und sah in ihr den Versuch, eine außergerichtliche Bestrafung aufzuerlegen. Die Kritik des Gerichts bezog sich ausdrücklich auch auf die mediale Verwertung der Festnahme durch Behördenmitarbeiter.
Cerna ist 28 Jahre alt, arbeitet als Schreiner und ist gebürtiger Südkalifornier. Den Unterlagen zufolge war er Ziel der Aktion, nachdem ein Grenzbeamter ihm vorwarf, ihn während einer zuvor verlaufenen, teils tumultartigen Anti‑ICE‑Demonstration angegriffen zu haben. Die Verhaftung und der folgende Strafverfolgungsprozess haben Cernas Leben nach eigenen Angaben stark beeinträchtigt; in einem Interview schilderte er das Ereignis als demütigend und einschüchternd.
Die Darstellung des Falls wirft Fragen zur Praxis von Einsatzmethoden und zur Verantwortung für die Verbreitung von Einsatzaufnahmen durch Bundesbehörden auf. Befürworter harter Einwanderungspolitik werten medienwirksame Operationen als Abschreckung; Kritiker hingegen sprechen von Einschüchterung politischer Gegner und von einer problematischen Instrumentalisierung staatlicher Kommunikationskanäle. Die veröffentlichten Dokumente und Videos bieten Einblick in die Eskalation zwischen bundesstaatlichen Einwanderungsbehörden und Protestierenden in Los Angeles im Sommer 2025 sowie in die juristische Bewertung einzelner Taktiken durch einen Bundesrichter.