Fed‑Gouverneur Stephen Miran reicht Rücktritt ein und unterstützt Kevin Warsh als neuen Chair
Miran will sein Mandat räumen, wenn oder kurz bevor Kevin Warsh das Amt des Fed‑Vorsitzenden übernimmt; war wiederholt abweichende Stimme für Zinssenkungen.
Nach Angaben von CNBC hat Federal‑Reserve‑Gouverneur Stephen Miran am Donnerstag förmlich seinen Rücktritt eingereicht und angekündigt, seinen Sitz zu räumen, wenn oder kurz bevor Kevin Warsh das Amt des Fed‑Vorsitzenden antritt. Warsh war am Mittwoch vom Senat bestätigt worden; Miran sagte, er vertraue auf die von Warsh zu erwartenden Änderungen in der Notenbankpolitik.
Im Mittelpunkt seiner politischen Position stand während seiner kurzen Amtszeit eine deutliche Abweichung von der Mehrheitslinie im geldpolitischen Ausschuss. Miran, der im September eine unvollständig ausgefüllte Amtszeit übernommen hatte, stimmte in allen sechs FOMC‑Sitzungen, an denen er teilnahm, gegen die Mehrheitsentscheidungen. Er votierte gegen die drei Zinssenkungen um jeweils 0,75 Prozentpunkte im Jahr 2025 und sprach sich in diesem Jahr gegen die Beschlüsse aus, die Leitzinsen auf dem bisherigen Niveau zu belassen, zugunsten von viertelprozentigen Senkungen.
Zugleich legte Miran in seinem Rücktrittsschreiben seine Prioritäten dar: Er hob Kommunikation, Bilanzpolitik und die Rückbesinnung auf das enge Mandat der Fed hervor und forderte, die Zentralbank aus kontroversen politischen und kulturellen Debatten herauszuhalten. Er plädierte für eine stärker vorausschauende Geldpolitik, die nichtmonetäre Faktoren wie geringere Bevölkerungszunahme, Immigration und Deregulierung als potenzielle disinflationäre Kräfte berücksichtigt, und warnte davor, die geldpolitische Reaktion an kurzfristigen Indikatoren auszurichten.
Daneben befürwortete Miran Maßnahmen zur Senkung regulatorischer Hürden für Banken und verwies auf Forschungsarbeiten, die eine Verkleinerung der Bilanz der Fed und ihres Bestands von rund 6,7 Billionen Dollar an Vermögenswerten nahelegen. In seinem Schreiben bezeichnete er die kurze Zeit bei der Fed als die höchste Ehre meines Lebens und brachte zugleich seine Unterstützung für die von Warsh angeführten Änderungen zum Ausdruck.
Bevor Miran zum Gouverneur ernannt wurde, leitete er den Council of Economic Advisers und hatte die vakante Position nach dem abrupten Rücktritt von Adriana Kugler übernommen. Während seiner Amtszeit blieb er eine markante abweichende Stimme in der geldpolitischen Debatte und setzte Akzente in Richtung niedrigeren Zinsniveaus sowie einer Bilanzverkleinerung.