Indien blockiert Polymarket – Regierungsanweisung könnte Kalshi ebenfalls treffen
Nutzer in Indien können nicht mehr auf die dezentrale Vorhersagemarktplattform Polymarket zugreifen. Ein MeitY‑Vermerk von Ende April ordnete Netzsperren für illegale Vorhersagemärkte an; Kalshi bleibt vorerst erreichbar, könnte aber folgen.
- Polymarket in Indien nicht erreichbar nach MeitY‑Anweisung
- Behörden bereiten offenbar eine Sperrverfügung für Kalshi vor.
Nach Angaben lokaler Medien und einer Analyse ist die dezentrale Vorhersagemarktplattform Polymarket für Nutzer in Indien seit kurzem nicht mehr erreichbar. Beim Aufruf der Website erscheint die standardisierte Fehlermeldung, die Adresse lasse sich nicht erreichen; ein Neuladen der Seite behebt das Problem nicht. Die Störung trifft Nutzer abrupt und blockiert den direkten Zugriff auf die Plattform von indischen IP‑Adressen aus.
Im Mittelpunkt der Sperrmaßnahme steht ein Vermerk des Ministeriums für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) vom 25. April, der sich gezielt an VPN‑Anbieter richtete. Das Schreiben warnte davor, dass indische Nutzer trotz bestehender Verbote weiterhin auf blockierte Vorhersagemärkte und Online‑Wettplattformen zugreifen könnten, und forderte Internetanbieter auf, den Zugang zu solchen Diensten zu unterbinden. Polymarket wurde im Verzeichnis ausdrücklich als vorrangiges Ziel genannt und ist damit Gegenstand der aktuellen Netzsperren.
Zugleich bleibt die von der US‑Commodity Futures Trading Commission überwachte Plattform Kalshi bislang weiterhin erreichbar. Lokale Berichte, die eine anonyme Quelle innerhalb von MeitY zitieren, legen jedoch nahe, dass eine Sperranordnung für Kalshi vorbereitet werde und kurzfristig erlassen werden könne. Ob und wann eine solche Anordnung tatsächlich greift, steht damit noch aus; beide betroffenen Plattformen wurden um eine Stellungnahme gebeten.
Die indische Regierung stuft Vorhersagemärkte als Formen des Online‑Glücksspiels ein. Aktivitäten auf diesen Plattformen fallen unter Verbote, wie sie im Promotion and Regulation of Online Gaming Act 2025 festgelegt sind. Diese Einordnung passt in eine insgesamt restriktive Linie New Delhis gegenüber Krypto‑Produkten, die bereits durch Besteuerung und Meldepflichten begleitet wird und den Zugang zu bestimmten Diensten erschwert.
Regulatorische Schritte gegen Plattformen für Wetten auf politische oder finanzielle Ereignisse könnten unmittelbare Folgen für Nutzer und grenzüberschreitende Handelsströme haben. Indische Behörden haben zuletzt verstärkt die Überwachung von Kapitalabflüssen über Krypto betont; Parlamentsgremien haben Mitte Mai mit führenden heimischen Krypto‑Börsen Fragen zu Regulierung und Besteuerung des Sektors diskutiert. Vor diesem Hintergrund markieren die Netzsperren gegen Vorhersagemärkte einen weiteren Teil der staatlichen Strategie zur Kontrolle von digitalen Handelsaktivitäten.