Aktivisten der Gaza‑Flottille erheben Vorwürfe von Vergewaltigung und Misshandlung in israelischer Haft
Organisatoren sprechen von Dutzenden Verletzten und mindestens 15 Fällen sexueller Gewalt; die israelische Gefängnisbehörde weist die Vorwürfe zurück.
- Aktivisten berichten von Misshandlungen nach der Festnahme von 430 Personen bei einer Hilfsflottille
- mehrere EU‑Staaten fordern Aufklärung.
Nach Angaben der Organisatoren der Global Sumud Flotilla haben zahlreiche Teilnehmer nach ihrer Freilassung aus israelischer Haft schwere Misshandlungen geschildert. Demnach seien mehrere Menschen hospitalisiert worden, viele klagten über Knochenbrüche, und mindestens 15 Personen berichteten von sexuellen Übergriffen, darunter Vergewaltigungen.
Gleichzeitig bestätigten deutsche Behörden, dass einige ihrer Staatsangehörigen verletzt seien und medizinisch untersucht würden; bestimmte Vorwürfe wurden von deutschen Stellen als «ernst» eingestuft, ohne nähere Details zu nennen. Aus Frankreich hieß es, fünf Teilnehmer seien zur Behandlung in der Türkei hospitalisiert worden; darunter seien Menschen mit Rippenbrüchen und Wirbelverletzungen. In einem verifizierten Instagram‑Post eines französischen Aktivisten waren sichtbare Blutergüsse zu sehen.
In Italien prüfen Justizbehörden nach Angaben juristischer Kreise mögliche Straftaten wie Entführung und sexuelle Übergriffe und planen, Aussagen von Rückkehrern aufzunehmen. Die Festnahmen betrafen 430 Menschen an Bord von rund 50 Schiffen, die zuvor von der israelischen Marine in internationalen Gewässern gestoppt worden waren. Die Organisatoren veröffentlichten detaillierte Vorwürfe gegen die Behandlung der Festgenommenen.
Die Anschuldigungen haben in Europa politische Reaktionen ausgelöst. Ein Video, das den israelischen Innenminister Itamar Ben‑Gvir beim vermeintlichen Verspotten von Aktivisten in Haft zeigt, löste Empörung aus; Italien berichtete, EU‑Mitglieder würden über mögliche Sanktionen gegen den Minister sprechen. Zugleich fordern Diplomaten eine zügige, transparente Aufklärung der Vorfälle durch die zuständigen Stellen.
Unterdessen weist die israelische Gefängnisbehörde alle Vorwürfe zurück und betont, Gefangene würden rechtmäßig und unter Aufsicht gehalten sowie medizinisch versorgt. Die israelische Militärführung verwies auf andere staatliche Stellen, während Forderungen nach unabhängigen Untersuchungen und klaren Antworten international lauter werden. Die Behauptungen über Misshandlungen könnten den Druck auf die Behörden erhöhen, die Umstände der Festnahmen und die Behandlung der Inhaftierten zu erklären.