Empörung in Madrid: British Council will historisches Gebäude verkaufen
Ankündigung trifft Zentrum in Chamberí; Beschäftigte protestieren gegen Umstrukturierungen und Sparpläne zur Begleichung eines Covid‑Kredits
- Der geplante Verkauf des Palacete am Paseo del General Martínez Campos entzweit spanische Angestellte
- ein Misstrauensvotum gegen die Führung wurde bereits unterzeichnet.
Nach Angaben von Beschäftigten hat der British Council die Absicht bekanntgegeben, das historische Palacete am Paseo del General Martínez Campos 31 im Madrider Nobelviertel Chamberí zu verkaufen. Das Haus fungiert seit rund 70 Jahren als Standort für Sprachunterricht und kulturelle Aktivitäten; jedes Jahr nutzen etwa 5.000 Lernende die 35 Unterrichtsräume. Die Entscheidung traf das Personal überraschend und löste unmittelbar Proteste vor dem Gebäude aus.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen nicht nur die Einsparpläne, sondern auch die Art ihrer Umsetzung. In Spanien unterzeichneten 298 von 560 Landesmitarbeitern ein Schreiben, das ein Misstrauensvotum gegen das Führungsteam enthält und mangelnde Kommunikation sowie zentralisierte Entscheidungen rügt. Parallel dazu kam es in anderen Ländern zu Protesten: In Italien etwa führten Pläne, den Englischunterricht dort einzustellen, zu einem nationalen Streik und Demonstrationen.
Daneben warnen Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter, weitere Standorte könnten betroffen sein. Erwähnt werden mögliche Servicekürzungen in mehreren baltischen Staaten, Kroatien und Österreich sowie eine unklare Perspektive für das Pariser Haus. Gewerkschaftsvertreter kritisieren eine zentralistische Entscheidungsweise, die lokale Expertise und Marktkenntnis unzureichend berücksichtige und so die Wirksamkeit etablierter Programme gefährde.
Nach dem Schritt, die Kosten für einen aus der Covid‑Zeit stammenden Kredit zu reduzieren, wächst die Unruhe innerhalb der Organisation in Europa. Die Debatte dreht sich inzwischen nicht allein um finanzielle Restrukturierungen, sondern auch um die Frage, wie weit zentrale Sparmaßnahmen mit dem Erhalt kultureller und bildungsbezogener Präsenz vor Ort vereinbar sind. Mitarbeiter fordern mehr Klarheit über Zukunftspläne und Schutz für Beschäftigung sowie Programme, die seit Jahrzehnten lokale Verbindungen pflegen.