JKCM News
Startseite
Asien

Indien und Israel vereinbaren „Special Strategic Partnership“ und treiben FTA, Tech- und Finanzformate voran

Indien und Israel haben ihre Beziehungen per Joint Statement zu einer „Special Strategic Partnership“ ausgebaut und neue Mechanismen von Freihandelsgesprächen bis UPI‑Anbindung und Tech‑Initiativen vereinbart.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Indien und Israel vereinbaren „Special Strategic Partnership“ und treiben FTA, Tech- und Finanzformate voran
  • Beide Länder starteten ToR für Verhandlungen über eine Freihandelszone und wollen die Gespräche beschleunigen.
  • Das Joint Statement sieht eine von den Nationalen Sicherheitsberatern geführte Initiative zu kritischen und neuen Technologien vor.
  • Ein MoU soll die Verknüpfung von Indiens UPI mit Israels Fast-Payment-System prüfen, ergänzt um eine India–Israel Financial Dialogue.
  • Die Beiträge für gemeinsame Forschungsaufrufe sollen von jeweils 1,0 auf 1,5 Mio. US‑Dollar steigen.
  • Israel kann laut Joint Statement in den nächsten fünf Jahren bis zu 50.000 zusätzliche indische Arbeitskräfte aufnehmen.

Indien und Israel haben ihre bilateralen Beziehungen auf eine neue Stufe gehoben. In Jerusalem veröffentlichten beide Seiten am 26. Februar ein Joint Statement, in dem sie die bestehende strategische Partnerschaft zu einer „Special Strategic Partnership for Peace, Innovation & Prosperity“ weiterentwickeln und eine breite Agenda von Verteidigung über Technologie bis Handel festschreiben.

Im wirtschaftlichen Teil der Vereinbarungen rückt ein Freihandelsabkommen in den Fokus. Beide Regierungschefs begrüßten die Terms of Reference für Verhandlungen über eine Free Trade Area und den Start der ersten Verhandlungsrunde in New Delhi; die Verhandlungsteams sollen eine schnelle Einigung anstreben. Ergänzend setzen beide Länder auf mehr Konnektivität: Die direkte Luftanbindung zwischen Tel Aviv und großen indischen Städten soll ausgebaut werden, und Unternehmen werden explizit ermutigt, sich an Infrastrukturprojekten in Israel zu beteiligen – etwa bei Metro‑, Bahn‑ oder Wasserprojekten.

Technologie ist das zweite große Leitmotiv. Das Joint Statement sieht eine Initiative zu kritischen und neuen Technologien vor, die von den Nationalen Sicherheitsberatern geführt werden soll. Parallel werden konkrete Kooperationsformate genannt – von Künstlicher Intelligenz über Horizon‑Scanning bis zu einem geplanten Indo‑Israel Cyber Centre of Excellence. Auch der akademische Austausch soll mit einem India‑Israel Academic Cooperation Forum institutionell gestärkt werden.

Im Finanzbereich vereinbarten beide Seiten eine India–Israel Financial Dialogue und eine Zusammenarbeit im Financial‑Cyber‑Bereich, die auf Resilienztests und Informationsaustausch zielt. Ein weiterer Baustein ist der Zahlungsverkehr: Die Regierungen wollen prüfen, wie Indiens Unified Payments Interface (UPI) mit dem israelischen Fast‑Payment‑System interoperabel werden kann; dazu wurde ein Memorandum zwischen NPCI International und MASHAV erwähnt. Für Unternehmen relevant ist zudem ein Abkommen zwischen Schiedsinstitutionen, das Streitbeilegung im Handel erleichtern soll.

Ein politisch sensibles, aber wirtschaftlich bedeutsames Feld ist die Arbeitsmobilität. Laut Joint Statement können in den kommenden fünf Jahren bis zu 50.000 zusätzliche indische Arbeitskräfte nach Israel kommen; zugleich betonen beide Seiten Schutz, Sicherheit und Rechtsansprüche der Beschäftigten. Zusätzlich werden Protokolle für weitere Sektoren genannt – neben Bau und Pflege auch für Handel & Dienstleistungen, Fertigung und Gastronomie – und es soll häufiger auf Ebene eines Joint Coordination Committee nachgesteuert werden.

Bei Forschung und Innovation wird die gemeinsame Finanzierung ausgeweitet: Die Beiträge zu bilateralen Forschungsaufrufen sollen von jeweils 1,0 auf 1,5 Millionen US‑Dollar steigen. In Summe ergibt sich ein Paket, das kurzfristig auf handelspolitische und arbeitsmarktliche Mechanismen zielt und mittelfristig auf ein breites Tech‑ und Innovationsnetz – mit der klaren Ansage, dass beide Regierungen die Umsetzung über regelmäßige Hoch‑Ebene‑Formate nachhalten wollen.