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Indien: Neue BIP-Reihe mit Basisjahr 2022/23 – Wachstum 2025/26 bei 7,6%, Q3 bei 7,8%

Indiens Statistikministerium stellt die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen auf ein neues Basisjahr um und veröffentlicht zugleich neue Jahres- und Quartalsschätzungen.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Indien: Neue BIP-Reihe mit Basisjahr 2022/23 – Wachstum 2025/26 bei 7,6%, Q3 bei 7,8%
  • Neues Basisjahr 2022/23 ersetzt Reihe mit Basis 2011/12.
  • FY 2025/26 (zweite Schätzung): reales BIP +7,6%, nominal +8,6%.
  • Q3 FY 2025/26 (Okt–Dez 2025): reales BIP +7,8%, nominal +8,9%.
  • Methodik: neue Hochfrequenz-Indikatoren, verbesserte Deflation und mehr Granularität.
  • Back Series soll bis Dezember 2026 folgen; nächste Provisional Estimates am 29.05.2026.

Indien hat seine Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen auf ein neues Basisjahr umgestellt. Das Ministry of Statistics and Programme Implementation (MoSPI) veröffentlicht eine neue BIP‑Reihe mit Basisjahr 2022/23 und ersetzt damit die bisherige Reihe mit Basis 2011/12. Basisjahrrevisionen dienen dazu, Strukturwandel in der Wirtschaft abzubilden, neue Datenquellen zu integrieren und die Schätzmethoden zu aktualisieren. Als Basisjahr wurde 2022/23 gewählt, weil es als „normales“ Jahr nach der Pandemie gilt und in vielen Bereichen eine breitere Datenverfügbarkeit bietet.

Mit der Umstellung werden zugleich neue Makroschätzungen veröffentlicht. Für das Fiskaljahr 2025/26 (zweite Vorausberechnung) wird das reale BIP‑Wachstum auf 7,6% beziffert; nominal wird ein Plus von 8,6% ausgewiesen. In Niveauzahlen schätzt MoSPI das reale BIP für 2025/26 auf ₹322,58 Lakh Crore (≈ ₹322,6 Billionen) nach ₹299,89 Lakh Crore im Vorjahr. Parallel dazu wird auch die Bruttowertschöpfung (GVA) neu ausgewiesen; für 2025/26 beträgt das reale GVA‑Wachstum 7,7%.

Für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2025/26 (Oktober bis Dezember 2025) meldet MoSPI in der neuen Reihe ein reales BIP‑Wachstum von 7,8% gegenüber dem Vorjahresquartal; nominal liegt das Wachstum bei 8,9%. Das reale BIP‑Niveau wird für Q3 auf ₹84,54 Lakh Crore geschätzt (nominal: ₹90,91 Lakh Crore). Damit bleibt das Wachstum hoch, fällt aber gegenüber dem zweiten Quartal (8,4% real) etwas geringer aus – ein Hinweis auf ein weiterhin robustes, aber weniger beschleunigtes Tempo.

Die Veröffentlichung nennt mehrere methodische Bausteine, die die neue Reihe prägen: eine Überarbeitung der Schätzmethodik, die Einbeziehung zusätzlicher Hochfrequenz‑Indikatoren, eine verbesserte Deflationsstrategie sowie eine granularere Abbildung einzelner Sektoren. Genannt wird unter anderem eine breitere Nutzung administrativer Datenquellen (etwa aus dem GST‑System) und ein neues Benchmarking‑Verfahren für die Quartalsrechnung. Ziel ist es, die Produktion‑ und Ausgabeseite besser zu synchronisieren und die Messung in dynamischen Bereichen präziser zu machen.

Für Nutzer der Daten ist neben den neuen Wachstumsraten vor allem die Vergleichbarkeit wichtig. MoSPI weist darauf hin, dass eine „Back Series“ – also rückgerechnete Zeitreihen für längere Vergleiche – bis Dezember 2026 folgen soll. Die nächsten Provisional Estimates für das Fiskaljahr 2025/26 sowie die Quartalsdaten für Januar bis März 2026 (Q4) sind für den 29. Mai 2026 angekündigt. Damit wird die neue Reihe in den kommenden Monaten zum zentralen Referenzrahmen für Fiskalplanung, Konjunkturanalyse und internationale Vergleiche.